So viel Schmackes und nette Unterhaltung stand irgendwie gar nicht auf dem Plan als das Kinolicht ausging, was der doch eigentlich gnadenlosen Reißbrettveranstaltung “Die Schlümpfe”, bei der einfach alles nach Franchise, Spielzeug-Tie Ins und breitestem Familien-Entertainment riecht, unverhofften Charme einflößt. Der natürlich auch fleissig leiden muss, weil z.B. DREI Klo-Gags vorkommen, die Menschen außer Gargamel vollkommen ablosen und die obligatorischen Botschaften à la “familiärer Zusammenhalt” oder “man kann alles sein, egal wie groß man ist” granatenblöden Zeigefinger-Charakter aufweisen. Subversiv? Na vielleicht dann bei der Fortsetzung.


Was Luise natürlich alles vollkommen egal ist, genauso wie auch der peinlich konstruierte Subplot um einen bald Papa werdenden Werbedesigner (Neil Patrick Harris), das ganz schön nervige “product placement” (mit Kampagnen unter anderem für die Blue Man Group, Blu-Rays, Vario, Smarties, Google, Guitar Hero und Wikipedia) oder die ganz schön faule Amerikanisierung der Schlumpf-Namen (wie z.B. Brainy, Clumsy oder Gutsy). Na Gott sei Dank läuft “Die Schlümpfe” eben doch auf Mainstream-Schienen, selbst wenn die Luft nach unten noch erfreulich tief bleibt. Ein moderner Kinder- oder Familienfilm aus Amerika bedient klare Erwartungen. Eine längere Szene im FAO Schwartz, wo die Schlümpfe unter anderem in blauen Smarties landen, muss da einfach drin sein.

Fazit
Als der Film aus ist, freut sich Luise. Ihr hat “Die Schlümpfe” super gefallen, auch wenn die 3D Brille ständig von der Nase gerutscht ist und Gargamel ganz schön fies war. Für Kinder erfüllt der Film alle Voraussetzungen für einen gelungenen Kinonachmittag und die Erwachsenen dürfen sich immerhin den Angstschweiß aus der Stirn wischen: puh, nochmal Glück gehabt; sowohl “Der Zoowärter” als auch “Hop” (als jüngere Beispiele kindgerechter CGI-/ “live-action”-Fusionen) erreichen auf der Blödheitsskala klar höhere Werte.

Was am Ende des Tages hier bleibt, ist eine dezitiert uncoole Franchise-Idee, die entgegen jeder Erwartung durchaus Spaß macht und genügend frische Elemente enthält, um selbst die Abwesenheit des Vader Abraham-Gassenhausers nicht als Ausschlusskriterium zu werten. Hank Azaria vs. Zeigefinger, großartige animierte Schlumpf-Action (was für ein Wort…) vs. vollkommen fahles Menschenpack, “Scooby Doo” (ein früheres Machwerk von Regisseur Raja Gosnell) vs. unerwarteter Charme. Bekommt “Die Schlümpfe” ein “High Four”? Zumindest wenn es nach Luise geht, dann ganz sicher.

Weitere Themen: Jayma Mays, Neil Patrick Harris, Hank Azaria, Sofia Vergara

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