EPIC – Verborgenes Königreich – Film-Kritik: Avatar meets Das große Krabbeln

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Das neue Werk der Ice-Age- und Rio-Macher ist ohne Zweifel das, was schon im Titel steht: episch. Mit acht hätte ich “Epic – Verborgenes Königreich” geliebt. Bei der schablonenhaften Story muss man allerdings einige Abstriche machen.

“Epic” nimmt einige erfolgreiche Formate und legt sie übereinander: Den verrückten Professor, die Miniaturisierung aus “Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft”, das Insektenthema aus “Das große Krabbeln” (und früher: Biene Maja), die Umweltschutz-Botschaft und das gelungene 3D aus Avatar, und natürlich die Geschichte aus allen möglichen Märchen und Fantasy-Vorlagen.

Einmal zusammengemischt, entsteht eine Handlung, die einem an jeder Stelle bekannt vorkommt, aber auch einige hübsche Details und vor allem: eine eigene fantastische Welt zu bieten hat.

EPIC – die Handlung

Der Plot im Groben: Nach dem Tod ihrer Mutter kehrt Mary Katherine zu ihrem Vater zurück, der zurückgezogen in einem einsamen Haus seinen Forschungen nachgeht. Seiner Theorie nach wohnen im Wald Miniatur-Wesen, die die Natur beschützen. Was natürlich absolut wahr ist. Die Leafmen verteidigen die Königin des Waldes gegen die Boggans, die das schöne Grün in Morast und tote Erde verwandeln wollen. Mary Katherine stößt nun auf die Leafmen, wird durch einen Zauber geschrumpft und hilft den Blatt-Kriegern, den Wald zu verteidigen.

epic - filmkritik

Und wer nicht zu genau hinterfragt, wird mit Epic seine Freude haben. Teilweise rasante Handlung, farbige Charaktere (heimlicher Star: der dreibeinige Mops), Witz (z.B. “Wer “was” fragt, ist häßlich”, siehe Trailer), sinnvolles 3D und eine brauchbare Dramatik mit Showdown und so.

Auf der anderen Seite fragt man sich, ob Filme ab sechs wirklich so schablonenhafte Charaktere haben müssen. Die Guten sind halt gut, die Bösen halt böse. Der junge Typ verliebt sich in das junge Mädchen, der alte Typ ist in die ältere Frau verliebt. Das hochgelobte Umweltschutz-Thema, das Kinder für die Belange der Natur begeistern soll, krankt daran, dass die Motivation der Gegner, der Boggans, vollkommen schleierhaft bleibt. Alle dunklen Tiere gehören eben zu den Bösen, also Fledermäuse, Raben, Borkenkäfer, aber warum diese Tiere jetzt auf eine zerstörte Natur stehen sollten, bleibt ungeklärt. Die Hauptfigur Mary Katherine ist der Prototyp eines mutigen Mädchens, und ihre Romanze mit dem einzigen jungen männlichen Charakter ist so vorhersehbar wie langweilig. Was keinen Sinn ergibt, wird durch märchenhafte Zauber erklärt. Die Möglichkeiten, der Geschichte etwas Tiefe zu geben, werden ausgelassen (sagen wir: der Tod der Mutter, über den seltsamerweise gar nicht mehr gesprochen wird, oder die Naturzerstörung durch den Menschen, oder den Verlust von Mandrakes Sohn, überhaupt das ganze Thema Sterben, Eltern).

epic - kritik - bild

EPIC: Filmkritik-Fazit

Für Kids ist “Epic – Verborgenes Königreich” ein grandioses Spektakel, spannend, unheimlich, mit vermeintlich ernsten Themen bepackt, witzig und fantastisch. Ein älteres Publikum fühlt sich aber zwangsläufig unterfordert. Für einen verspulten Sonntagnachmittag oder mit etwas Ausblendung von Logik kann man sich von der Fantasy-Welt und dem rasanten 3D aber ordentlich wegbeamen lassen.

7/10 Punkte

Und hier noch die brandneue “Journey”-Featurette mit den Original-Sprechern (Beyoncé, Christoph Waltz…) und Regisseur Chris Wedge:

Mehr auf der Facebook-Seite und der offiziellen Filmseite.


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