Frau ohne Gewissen

Beschreibung

Phyllis Dietrichson verführt den jungen Versicherungsvertreter Walter Neff und überredet ihn, ihr bei der Ermordung ihres Mannes, für den sie eine hohe Lebensversicherung abschließt, behilflich zu sein. Obwohl ihr Plan zunächst aufzugehen scheint und alles für einen Unfalltod spricht, schaltet sich ein auf Betrügereien spezialisierter Kollege Neffs, Barton Keyes, ein. Es gelingt Keyes, der Wahrheit auf die Spur zu kommen, weshalb Neff Phyllis ermorden will, bevor der Verdacht auch auf ihn fällt. Als die beiden aufeinandertreffen, schießt sie jedoch zuerst und verwundet ihn. Nachdem er sie umgebracht hat, schleppt er sich mit letzter Kraft in das Büro Keyes’, wo er sein Geständnis auf Band spricht.

„Frau ohne Gewissen“, im Original „Double Indemnity“, ist das schwärzeste Werk von Regisseur Billy Wilder. Seiner Verfilmung eines Romans von James M. Cain gingen acht Jahre voran, in denen das Drehbuch durch Hollywood kursierte und erfolglos um eine Verfilmung buhlte. Der strenge Hays-Code machte es nahezu unmöglich, eine Geschichte, in der es um die Verkommenheit des Durchschnittsbürgers, um Ehebruch, Versicherungsbetrug und Mord ging, filmisch umzusetzen ohne Ärger zu bekommen. Billy Wilder ist schließlich das Kunststück durch eine ungemein suggestive Inszenierung gelungen, die nichts unklar lässt, ohne wirklich etwas zu zeigen. Und er schuf damit die Initialzündung für den Film Noir.

„Frau ohne Gewissen“ schafft die Basis für so viele Inszenierungsideen, dass man die historische Stellung dieses Films unbedingt beachten muss, um nicht den Fehler zu begehen, die ständigen Déjà-vus, die man bei der Betrachtung unweigerlich erlebt, gegen ihn auszulegen. Dinge, die heute längst zum Klischee geworden sind, hier aber zum ersten Mal ausprobiert wurden: Voice-over-Narration (=der Hauch des Unausweichlichen und Schicksalhaften), durch Jalousien fallendes Licht (=steckt die Figuren noch in Freiheit hinter Gitter), Femme Fatales (=Barbara Stanwyck als Phyllis Diedrichsen), krasse Schattenspiele (=Teile des Films spielen in absoluter Dunkelheit), sexuell aufgeladene Dialoge und im entscheidenden Moment nicht anspringende Motoren.

„Frau ohne Gewissen“ ist ein echter Klassiker; ein Film, in dem keine Szene, keine Einstellung ohne Bedeutung auskommt.


von

Genres: Thriller
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