Full Metal Jacket
Private Joker (Matthew Modine) befindet sich in der Ausbildung für den Vietnamkrieg. Ausbilder Hartman (R. Lee Ermey) führt ein strenges Regiment und hat es vor allem auf den dicklichen Private „Paula“ Pyle (Vincent D'Onofrio) abgesehen. Kurz vor dem Einsatz in Vietnam dreht Private Paula durch und erschießt erst Ausbilder Hartman und dann sich selbst – vor den Augen von Private Joker. Dieser rückt schließlich ins Kriegsgebiet ab und erfährt den Horror des realen Schlachtfeldes am eigenen Leib.
Stanley Kubricks „Full Metal Jacket“ zerfällt in zwei Teile: Die Ausbildung und der Kriegseinsatz – wobei Teil Nummer 1 zum Eindringlichsten gehört, was das Thema Krieg bisher auf die Leinwand gebracht hat. Nie zuvor wurde das raue, völlig menschenverachtende Klima vor dem Kriegseinsatz in derartiger Konsequenz dargestellt wie es Kubrick hier gelingt. Die Erniedrigung und Entwürdigung der Rekruten wird buchstäblich nachfühlbar und offenbart das wahre Grauen der entmenschlichten Kriegsmaschinerie.
Die satirische Überhöhung zeigt hierbei nur das unermessliche Maß der Grausamkeit auf und wird von Kubrick in gewohnt genialer Weise auf einen zugleich subtilen und pointierten Punkt gebracht. Da der Abschnitt in Vietnam die Größe des ersten Teils leider nicht erreichen kann, wünscht man sich insgeheim, dass der Film nur die Ausbildung zeigt und das Ende dann die Gewalttat von Private Paula ist.
Dennoch bleibt „Full Metal Jacket“ auf jeden Fall einer der besten Antikriegsfilme überhaupt. Vincent D'Onofrio hat seine Schauspielkarriere mehr oder minder auf Private Paula aufgebaut. Und was R. Lee Ermey angeht: jener wunderbare Zeitgenosse musste gar nicht spielen. Die Rolle im Film war gleichzeitig sein Beruf!
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