„Ghost Rider – Spirit of Vengeance“, wie „Ghost Rider 2“ offiziell heißt, ist nach „Punisher: War Zone“ der zweite Film unter dem „Marvel Knights“ Banner – einer euphemistischen Schublade namens „Superhelden Resterampe“. Die fünf Etagen unter „The Avengers“ liegt und auch den Comichelden aus der Realschule ein würdiges filmisches Dasein ermöglichen soll.

Was eigentlich gar nicht negativ gemeint ist, sondern vielmehr eine Spielwiese für dunklere Superhelden-Seiten aufzieht, die hier fernab riesiger Budgets stärker am Rad drehen dürfen. Und dabei auf einmal in Rumänien landen – wo ja auch Steven Seagal seit Jahren Zuhause ist. Der bei diesem Film zum Glück noch nicht in Sichtweite ist. Obwohl das Digitalgeschmiere der Kamera, tragische „no name“-Schauspieler und viele verdammt „leere“ Scopebilder keine guten Vorzeichen für Teil 3 (?) sind.

Aber halt, das ist schon wieder zu negativ. Denn „Ghost Rider 2“ ist eigentlich kein schlechter Film. Sondern trashiger Comic-Krach, der klar besser als Teil 1 dasteht (okay – MACHBAR) und z.B. über gute Action und exzellente Effekte reuefreie B-Unterhaltung beschert. Hölle, selbst die beiden Regisseure, Mark Neveldine und Brian Taylor, halten ihr „Crank“-Gewackel im Zaum und servieren eine halbwegs „normale“ Inszenierung. Die nach wie vor keinerlei Sachverstand erkennen lässt, doch immerhin nicht einfach nur gleichbleibend laut zuschlägt.

Vielleicht nochmal so: Die Erwartungen werden übertroffen. Was eher nicht für die oben angesprochenen Aspekte, sowie das unausgegorene Drehbuch und einige echt gruselige Schauspieler (namentlich: Ciarán Hinds und Johnny Whitworth) gilt, aber sehr wohl für Effekte, Action, ein stark verbessertes „Ghost Rider“-Design und natürlich Hauptdarsteller Nicolas Cage. Der hier echt unter Feuer steht (BRÜLLER!) und sich in einer absolut herrlichen Szene -die Kamera zeigt ihn von vorne auf seinem Motorrad- unter ständigem Geschrei in einen lodernden Totenschädel verwandelt.

Fazit
„Ghost Rider 2“ hat keine Chance und nützt sie – in Gestalt unterhaltsamer Comic-Action, die niemand wirklich braucht, aber niemand auch wirklich verdammen möchte. Weil der Film durchaus Spaß macht und spätestens in den heimischen vier Wänden zu verdienter Popcorn-Reife auflaufen darf.

Sich einfach mal unterhalten lassen, das Credo überhaupt. Und dabei dann auch schlucken, dass Johnny Blaze diesmal ein Kind vor dem grimassierenden Teufel höchstpersönlich retten muss. Der selbst in 3D (=nachkonvertiert und kaum erwähnenswert) so flach bleibt, dass er eigentlich als Auftraggeber von Steven Seagal antreten sollte. Tief im Herzen von Osteuropa – der filmischen Restekolonie für Hollywoods Tarifzone C.