God bless America – von Police Academy zu Red Band-Gelächter mit Blutkruste

Martin Beck
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Bobcat Goldthwait dürfte den meisten immer noch als Zed bekannt sein, seines Zeichens wahnsinniger „“-Rekrut mit abstehenden Haaren und Heliumstimme.

God bless America – von Police Academy zu Red Band-Gelächter mit Blutkruste





Was den meisten dagegen neu sein wird, ist seine bereits 1991 begonnene Verwandlung in einen sarkastischen/ intelligenten/ abgründigen Regisseur und Drehbuchautor, der 2012 eine ganz besondere Schlachtplatte im Gepäck hat: „God bless America“ – oder: „Falling Down – the ugly sequel“.

Die Kluft zwischen Bobcat Goldthwait/ damals und Bobcat Goldthwait/ heute ist so groß, dass sie ein direktes YouTube-Standoff verdient. In der linken Ringecke kaspert ein „Best Of“ von Zed...

...und in der rechten Ringecke rastet Shakes the Clown aus, die Hauptfigur aus Goldthwaits Regiedebüt von 1991:

Bobcat Goldthwait ist eine Mischung aus John Waters, Alexander Payne und David Lynch; ein “goody two shoes“-Clown, dessen weiße Handschuhe tief im Nasenloch amerikanischer Populärkultur stecken. Wo viele andere Komödien zum „American way of life“ die einfache Kackapippi-Route nehmen, sind seine Filme ungleich zynischer und erwachsener. Amerika ist im Arsch und inzwischen so verseucht von Pop-Trash, dass alles unter Kopfschuss keine Wirkung mehr hervorruft.

God bless America“ ist „“ mit Eiern und zeigt all denen die blutrote Karte, die im Kino SMS schreiben, verzogene Scheiße im Hirn haben oder einfach nur tierisch nerven. Frank (Joel Murray) hat einfach genug von allem, wohl auch, weil er nicht mehr lange zu leben hat. Die bereits in seinem Mund steckende Knarre wird nun auf menschlichen Abschaum gerichtet und immer wieder entleert. Dabei an seiner Seite: Eine 16jährige Göre namens Roxy (Tara Lynne Barr). Scheiße, was die für eine Wut im Bauch hat!

„God bless America“ startet im Mai in Amerika und wird es bei uns wohl nur auf Festivals/DVD schaffen. Tough luck, aber in gewisser Weise auch eine Auszeichnung. Aus einer Kritik bei slashfilm: „The film is a hilariously passionate rant which has somehow been adapted into a narrative storyline. It might not work as a piece of great filmmaking, but it definitely works as great entertainment and a passionate takedown of contemporary pop and political culture.

Eine dicke Runde Applaus für Mr. Bobcat Goldthwait:

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