Kill the Boss: Kinokritik - Warum eigentlich bringen wir den Chef nicht um?

Martin Beck
5

Bühne frei für einen Sommerfilm, der kein Sequel oder Remake ist und auf keinem Comic basiert! "Kill the Boss" handelt von drei Angestellten (Jason Bateman, Charlie Day und Jason Sudeikis), die ihre verhassten Bosse (Kevin Spacey, Colin Farrell und Jennifer Aniston) umbringen wollen. Also irgendwie so wie bei "Warum eigentlich…bringen wir den Chef nicht um?" Waaaah, das ist doch ein Remake!

Kill the Boss: Kinokritik - Warum eigentlich bringen wir den Chef nicht um?

Vielleicht mal so: Es ist durchaus erfrischend, bei einem Sommerfilm 2011 weniger als fünf Querverweise anbringen zu müssen. Und sich dann auf eine turbulente Komödie einzulassen, deren IQ zumindest über “Hangover 2” steht – aber auch nicht unbedingt nach den Sternen greift. Was natürlich grundsätzlich nicht so toll ist, aber im Kontext Sommer und -dem Unwort schlechthin- amerikanische Komödie schon mal besser dasteht als die latent negative Erwartungshaltung.


“Kill the Boss” ist eine graue Komödie, die eine Mischung aus “” und “” versucht und dabei Angst vor der eigenen Courage bekommt. Sprich: Durch die unvermeidliche Runterdummung des Geschehens umfährt man die dunkleren Ecken der Handlung und entkommt so z.B. der Hitze, die durch die Reibung von Protagonisten an zynischen Gewalttaten entstehen würde. Oder dem generellen Konflikt, in einer Mainstreamkomödie menschliche Abgründe thematisieren zu müssen.


Was stattdessen in dem Film passiert, ist ein turbulenter Schwank zwischen überzogenen Grimassen, tölpeligen Aktionen und haarsträubenden Verfolgungsjagden. Zusammen mit der erfreulich kurzen Laufzeit wird man hier auf jeden Fall gut unterhalten, doch die möglichen Spitzen bleiben halt stumpf und landen in einem etwas befremdlichen Topf aus kruden Körperfunktionsgags, saftig überzeichneten Antagonisten und hysterischem Herumgefuchtel. Der Film drückt auf die Tube, selbst wenn die Wirkung dadurch merklich nachlässt.


Die großen Stars bei “Kill the Boss” sind wohlweislich die bösen Vorgesetzten, wohingegen die armen Angestellten, angeführt von Jason Bateman und seinem wie üblich schwer irritierten Pokerface, wie die aufgescheuchten Hühner herumstolpern. Nun, die Bosse sind ja auch schließlich ein sleaziger Schleimscheisser (Colin Farrell), ein sadistischer Ausbeuter (Kevin Spacey) und eine nymphomanische Zahnärztin (Jennifer Aniston). Die hier allesamt mächtig auf die fiese Kacke hauen. Und dabei offensichtlich so viel Spaß haben, dass man die grobschnitzigen Überzeichnungen der Charaktere gerne verzeihen kann.

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