Killer Elite: Kinokritik - Cooles Actionkino mit Jason Statham und Robert De Niro

Martin Beck
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Was gab es schon sehr lange nicht mehr? Na ganz sicher nicht einen neuen Jason Statham-Film. Kaum ist “Blitz” verdaut, steht auch schon “Killer Elite” in den Startlöchern. The Stath: Der Mann für alle Männeraction-Fälle.

Killer Elite: Kinokritik - Cooles Actionkino mit Jason Statham und Robert De Niro



Wobei aber “Killer Elite” zum Glück eine ganz andere Liga als “Blitz” ist und sattes Action- und Thrillerkino auffährt, das mit etwas mehr Mut sogar großartiges Action- und Thrillerkino sein könnte. Regisseur Gary McKendry steht mit einem Bein in einem mätzchenfreien Spionagethriller und müsste eigentlich nur das andere Bein aus den B-Klischees und überzogenen Stunts rausbekommen.

Die Geschichte von “Killer Elite” basiert auf Tatsachen (namentlich: dem Buch “The Feather Man” von Ranulph Fiennes, einem ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter) und spielt Ende der siebziger Jahre – als die titelgebenden Profikiller von einem omanischen Scheich beauftragt werden und dadurch ins Visier der britischen Spezialeinheit SAS geraten.

Daraus entwickelt sich dann eine durchaus spannende Mischung aus akribisch geplanten Attentaten, schreienden Männern, allen möglichen Klischees zum Thema “der letzte Auftrag”, ““-mäßiger Ellbogen-Dresche, einer völlig unnötigen Liebesgeschichte und Clive Owens Schnurrbart. Der so dramatisch plaziert ist, dass er einfach nur einen Schurken dahinter erlaubt.

Ein guter Teil der Laufzeit von “Killer Elite” verspricht einen angenehm bodenständigen Actionthriller, der trotz zahlreicher Nebenfiguren die Linie hält und genügend Zeit für seine Charaktere erübrigt. Die Besetzung, zu der weiterhin noch Robert De Niro gehört, agiert überzeugend, die Attentate setzen pointierte Krachhöhepunkte und irgendwann meint man tatsächlich, dass das alles genau so passiert sein könnte.

Was dann allerdings nicht ins Bild passt, sind z.B. einige dramatische Wendungen aus der B-Bibel, charakterliche Abziehmerkmale, wie z.B. der darbende Ausstieg ins Niemandsland, und ein paar typische Jason Statham-Momente à la Leute-vermöbeln-obwohl-man-an-einen-Stuhl-gefesselt-ist. “Killer Elite” untergräbt immer wieder den eigenen Realismus-Anspruch und entwertet sich dadurch zu einem unterhaltsamen Männerabend – was natürlich die kommerzielle Note erhöht, aber ebenso vergleichbare siebziger-Jahre-Meilensteine Marke “” oder “” in unerreichbare Höhen setzt.

Fazit
“Killer Elite” ist viel, viel besser als “Blitz”, der letzte Jason Statham-Film, und hätte sogar das Zeug zu einem echten Genreknaller – wenn nur einige offensichtliche Kommerz-Zutaten im Giftschrank geblieben wären. Genauso wie einige offensichtliche Klischee-Zutaten, die allesamt den Eindruck machen, als schielte man mit einem halben Auge auf die etablierte Heimkino-Klientel für markige B-Action.

“Killer Elite” ist ein Film zwischen den Stühlen, wobei aber die düsteren Wolken keine bedrohlichen Farbtöne annehmen. Nicht jeder Actionanlauf muss gleich als Meilenstein enden, sondern kann auch mal nur im direkten Umfeld erfreulich weit herausstechen. Zum Beispiel mit einer tollen Besetzung, einem weitgehenden Verzicht auf comichafte Übertreibung und Dialogen, die nicht ausschließlich im “one liner”-Format aufschlagen. “Killer Elite” geht klar, allerspätestens beim fulminanten Heimkino-Start.

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