Lohn der Angst

Beschreibung

Als der vornehm gekleidete Jo (Charles Vanel) in dem Dorf auftaucht, wittert Mario (Yves Montand) die Möglichkeit, mit seiner Hilfe irgendwie von dort weg zu kommen. Doch Jo hat genauso wenig wie Mario selbst. Er sitzt dort fest und ohne Geld kommt er nicht wieder nach Frankreich zurück, genauso wie viele andere Ausländer auch. Die finanzielle Rettung kommt in Gestalt einer amerikanischen Ölfirma, die ein 500 Kilometer entferntes brennendes Ölfeld löschen muss und dafür Freiwillige sucht. Die Bezahlung würde für die Rückfahrt nach Frankreich ausreichen, doch davor steht eine lebensgefährliche Prüfung: Der Brand soll nämlich mit Nitroglyzerin gelöscht werden, das per LKW zu dem Feld geschafft wird – mitten durch hügelige Felder und enge Schluchten.

Regisseur Henri-Georges Clouzot zeichnet einen tristen Alltag für seine Figuren, die zunächst über eine knappe Stunde ausführlich vorgestellt werden. Das ist mitunter etwas mühsam, doch ab dem Moment, als die Männer in die Fahrzeuge steigen, entsteht eine Anspannung, die sich sofort auf das Publikum überträgt. Von halbwegs fahrbaren Straßen über hügelige Pässe führt der Weg, bei dem hinter jeder Kurve der Tod lauern kann.

Der Höhepunkt des Films ist eine Sequenz mit einer Holzrampe, bei deren Ausführung allein einem der Atem stockt. Mit Blick auf die Figuren zeigt der Film, wie die Angst aus gestandenen Männern nur Schatten ihrer selbst macht, während sich andere an dem Adrenalin berauschen. Es ist eine Charakterisierung, die fesselt und zugleich als Lohn des langen Vorlaufs besteht. Die Männer sind ständig schweißgebadet, genauso wie die Zuschauer.

So packend „Lohn der Angst“ umgesetzt ist, so anstrengend müssen die Dreharbeiten gewesen sein. Begonnen im August 1951 sollten sie nur etwas mehr als zwei Monate dauern. Doch starke Regenfälle, tödliche Unfälle und viele Verzögerungen ließen nicht nur das Budget in die Höhe schnellen. Während der Wintermonate wurde der Dreh unterbrochen und 1952 fortgesetzt.

Der Film markiert das Leinwanddebut von Henri-Georges Clouzots Ehefrau Véra Clouzot, die nur noch in zwei weiteren Produktionen mitwirken konnte, ehe sie im Alter von nur 46 Jahren an einem Herzinfarkt verstarb. Die weiteren Hauptrollen spielen Folco Lulli, Peter van Eyck und William Tubbs.


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Genres: Abenteuer
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