Men in Black 3 Filmkritik – Jetzt ist Schluss mit lustig!

Regisseur Barry Sonnenfeld landete Ende der 90er Jahren einen echten Coup. Sein „Men in Black“ brachte den verloren geglaubten Witz zurück in die Science Fiction. Viel zu lange hatten die Freunde des Extraterrestrischen sich von Filmen wie „Stargate“, „Contact“ oder „The Arrival“ den Spaß verderben lassen. Wenn damals Außerirrdische im Kino zu sehen waren, wurde es entweder bierernst oder nicht lustig. Mit „Men in Black“ änderte sich das. Sonnenfelds verspielte Farce überreizte das Zwerchfell mit seinem hintersinnigen Humor und verlor dabei nie die Spannung aus den Augen. Ein Triumph, der sich in seinem verspielten Ton nur noch von „Ghostbusters“ oder „Zurück in die Zukunft“ überbieten ließ. Fünfzehn Jahre und ein in jeder Hinsicht schlechteres Sequel später kehren die „Men in Black“ nun endlich zurück.

Wer sich fragt, warum „Men in Black“ seinerzeit so exzellent funktionierte, wird früher oder später bei Edgar, der Schabe landen. Vincent D´Onofrios – nun, nennen wir es mal „Darstellung“ – einer im Körper des unterbelichteten Hillbillys Edgar gefangenen Monster-Kakerlake wurde zum Sinnbild für den schrägen Charmes des Films – unerwartet, hintersinnig und einfach urkomisch.

Sonnenfeld ist sich der Bedeutung dieser Figur offenbar sehr bewusst, denn sein neuer Bösewicht „Boris, das Tier“ wandelt in „Men in Black 3“ auf ganz ähnlichen Pfaden. Sportsfreund Boris sitzt seit über 40 Jahren im ungewöhnlichsten Knast unserer Welt ein und wartet dort auf den Tag, an dem er sich endlich an Agent K (Tommy Lee Jones) rächen darf. Freunde der US-Comedy Serie „Flight of the Conchords“ können unter der verstörenden Maske des Sträflings den Nachwuchskomiker Jemaine Clement erkennen. Der leistete gleich zu Beginn des Films Großartiges und ermöglicht „Men in Black 3“ einen angenehm bedrohlichen Kick-off.

Das beste Stück in MIB III – Boris, the Animal

 

Danach geht es jedoch sofort wieder steil bergab. Was als spannendes Wettrennen gegen die Zeit(reise) beginnt, verliert sich allzu oft in hölzernen Versuchen, den Witz und den Ideenreichtum des Erstlings zu erreichen. Neben zahlreichen, stattlichen Rohrkrepieren ist dafür letztlich auch die geschwundene Chemie zwischen Will Smith und Tommy Lee Jones verantwortlich. Während Smith mit seinem Agent J eine gewohnt gekonnte Gesichtskirmes abfeiert, musste man bei Hochwürden Jones wohl im Vorfeld einige Überredungsarbeit leisten. Und ja, man kann auch emotionslose Unterkühltheit mit Verve spielen.

Tommy foltert

Zum Glück landet der Plot – nach einer schön bekloppten Zeitreisemethode – irgendwann in den späten 60ern und übergibt sich dort an den jungen Agenten K, allerdings auch nur leidlich solide gespielt von Josh Brolin. Was folgt, sind viele nett gemeinte Reminiszenzen an die außerirdische Underground-Szene im 69er New York,  eine wieder einmal etwas befremdliche Sequenz, in der die Männer in schwarz illegale Einwanderer, äh Entschuldigung, Aliens quälen dürfen und eine ziemlich lahme Actionsequenz. Unterhaltsam wird es meist nur, wenn Boris auftaucht, doch dem hat man aus unerfindlichen Gründen viel zu wenig  Screentime gegeben.

Fazit

Ehe man sich versieht, stolpert „Men in Black 3“ auch schon auf sein gänzlich unfurioses Finale zu. Spätestens hier wird dann das große Problem des Films offensichtlich. „MIB 3“ ist nicht nur über weite Strecken sehr unlustig, Drehbuchautor Etan Cohen hat dem dritten Teil zudem ein viel zu ernsthaftes Grundmotiv geschrieben. Was als clevere Weiterentwicklung des Verhältnisses zwischen den Agenten K und J gedacht war, wirkt im jovial-verspielten Ton der Reihe wie ein Fremdkörper. Cohens Idee, die an dieser Stelle natürlich nicht gespoiltert werden soll, ist tragischerweise sogar recht gut und gerne hätten wir gesehen, dass sie sich vernünftig entfalten darf. Das darf sie leider nicht und so wird aus „Men in Black 3“ der wackelige und inkonsequente Versuch, mehr zu sein als eine formelhafte Fortsetzung. Schade drum.

Wertung: 6/10

 

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