Der Plan des vierten “Mission: Impossible” Films ist eine Art Reboot der Serie, inklusive einem “wild card”-Regisseur und einem bewährten Superstar in Box Office-Nöten. Ersterer heißt Brad Bird und hat sich bisher “nur” mit “Die Unglaublichen” und “Ratatouille” hervorgetan, letzterer konnte seit “Mission: Impossible 3” (der als Flop gehandelt wird!?) keinen richtigen Hit mehr landen. Man durfte gespannt sein, vor allem nach den schwindlig machenden Hochhausklettereien des heißen Trailers.
Der nach wie vor gute Ruf der “Mission: Impossible” Reihe beruht vorzugsweise auf dem phänomenalen ersten Teil, der hier klar als Zielvorgabe zu erkennen ist. Kein SloMo-Hohlraum mehr wie Teil 2 und kein hemdsärmeliges Butterbrot mehr wie Teil 3. Die Agenten des IMF tragen wieder schicke Anzüge, sondern ironische Sprüche ab und verstehen Action als schwerelose Abfolge von Superstunts. Die Welt als Cinemascope-Trampolin. Obwohl sie natürlich in atomarer Höchstgefahr schwebt.

“Mission: Impossible – Phantom Protokoll” kann tatsächlich Teil 2 und 3 der Reihe hinter sich lassen, doch Teil 1 bleibt leider eine Wunschvorstellung. Man sieht das klare Bestreben aller Beteiligten, hier einen satten Blockbuster hinzulegen, und erkennt gleich danach den vielerorts anwesenden Sand im Getriebe. Oder, ebenso oft, die aus allen Poren quillende Schmierung desselbigen. Was nichts anderes bedeutet als eine wild schäumende Überinszenierung, die z.B. die Explosion des Kremls als quasi-dreidimensionale Backpfeifen verkauft.

Jener Kreml ist übrigens der Ausgangspunkt der Handlung und sorgt durch seine Explosion für die Auslösung des titelgebenden Phantom Protokolls. Tom Cruise und seine Crew (bestehend aus Simon Pegg, Paula Patton und Jeremy Renner) sind auf einmal Outlaws und können sich nur rehabilitieren, wenn sie den wahren Drahtzieher der Explosion, einen irren Atombomben-Fan (Michael Nyqvist) mit schier übermenschlichen Agenten-Fähigkeiten, zur Strecke bringen. Die erste Spur führt nach Wanne-Eickel…und gleich danach geht es an den Hundestrand von Usedom.

Oder vielleicht doch nach Dubai und Mumbai? Was “Mission: Impossible – Phantom Protokoll” nämlich super hinbekommt, ist ein James Bondiges-Flair weltweiter Abenteuerlust. Mit tollen Bildern und immerhin einer atemberaubenden Actionsequenz. Die Tom Cruise das höchste Gebäude der Welt (=das Burj Khalifa in Dubia) emporklettern lässt. Und mit einer theoretisch tödlichen Bruchlandung abschliesst.Von der Tom Cruise eine kleine Schramme davon trägt. Um gleich danach in einem Sandsturm weitere Hecheleinlagen vorzutragen.


