Mortal Kombat – Test: Heute schon jemanden entgrätet?

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Als "Mortal Kombat" Anfang der 90er antrat, um die Gamingwelt zu verändern, tat es das mit einem Paukenschlag. Die Gewalt war derart extrem, dass sogar in den USA mehrere Augenbrauen nach oben schnellten. Es heißt, als direkte Konsequenz sei die ESRB, das amerikanische Pendant zur USK, gegründet worden. In Deutschland reichte man das "brutalste Spiel aller Zeiten" direkt auf Liste B des Index durch.

Mortal Kombat – Test: Heute schon jemanden entgrätet?

Von dieser Bedeutung für den Spielemarkt hat “Mortal Kombat” in den Folgejahren viel eingebüßt, zuletzt pervertierte “Mortal Kombat vs. DC” dieses Konzept: Freefall-Gekloppe und zahme Offscreengewalt – mit dem Original hatte das nicht mehr viel zu tun. Wahrscheinlich wäre “Mortal Kombat” demnächst in der Vergessenheit versunken, wenn die Menschheit nicht mittlerweile das Reboot erfunden hätte. Ein echter Segen – für die Serie. Und uns Spieler.

Wer also die Seriennummer hinter dem Spielenamen vermisst (eigentlich wäre dies Teil neun), tut dies aus genau einem Grund: Ed Boon und Co. gehen gleich mehrere Schritte zurück, “Mortal Kombat” ist keine simple Fortsetzung, es dreht die Uhren zurück auf 1992 – packt sich allerdings die aktuelle HD-Technik ins Reisetäschchen. Das Ergebnis fühlt sich denn auch so “<a href="http://www.giga.de/games/" wie irgend möglich an. Und das auf eine sehr positive Weise.

Zu allererst sei gesagt: Den ätzenden 3D-Murks, den die Reihe Mitte der 2000er ausgepackt hat, lässt Teil neun zum Glück stecken. Ausfallschritte in die Tiefe und verwirrte Kameras gibt's nicht mehr, genau wie "” setzt auch diese Rückbesinnung auf alte Tugenden. Lies: 2D. Und wie bei Capcoms Edelprügler ist auch hier das Ergebnis überzeugend: Endlich liegt der Fokus wieder auf brutalen Kämpfen, statt auf Perspektivspielereien.

Die Mortal Kombat Video-Review:

Der Nostalgieeffekt reicht aber deutlich weiter: Wer die ersten drei Teile gespielt hat, erkennt sämtliche Kämpfer (bis auf den PS3-exklusiven Kratos) und deren Moves wieder, die Modi, sogar die Stages feiern ein gern gesehenes Revival. Und auch der Ton ist geblieben: Hier gibt’s frontal auf die Fresse, bilden sich riesige Blutlachen auf dem Boden, werden dicke Fleischfetzen aus Körpern gerissen. Erwähnten wir eigentlich, dass “Mortal Kombat” in Deutschland nicht erscheint? Eigentlich müßig.

Gelegen hat’s sicherlich in erster Linie am Signature-Move der Reihe: Die Fatalities sind nach kurzer Auszeit (wie erwähnt, wurden die ultrabrutalen Finisher in “MK vs. DC” auf handzahm heruntergestuft) endlich wieder mit an Bord. Will heißen: Es wird entgrätet, zweigeteilt, gequetscht, gegrillt, geröstet und zerhackt, bis der Arzt kommt bzw. eher nicht kommt, denn angesichts der Sauereien, die hier in schönster HD-Auflösung veranstaltet werden, würde selbst Dr. House ratlos die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Von den X-Ray-Moves (die das Geschehen im Körper wortwörtlich hautnah zeigen) wollen wir gar nicht erst anfangen.


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