52,6 Millionen Dollar spielte der Film dort an seinem Startwochenende ein und strafte damit all die Brummler Lügen, die a) Horror generell und b) den “found footage”-Kniff mal wieder für tot erklärt haben. Die “Paranormal Activity”-Reihe trifft einen Nerv des Publikums, der die billige Machart der Filme nicht negativ bewertet, sondern über sie das Grauen in die greifbare Realität zieht.

Film Nummer 3 ist nun ein Prequel und spielt 1988. Die beiden Schwestern von Film Nummer 1 und 2 sind hier noch Kinder, deren Papa mit diversen Videokameras herausfinden möchte, woher die spätabendlichen Geräusche kommen, die immer wieder im Haus zu hören sind. Wir warten also wieder eine ganze Weile, die Mama mag das alles gar nicht glauben und DA – ganz im linken Eck einer Aufnahme ist plötzlich ein verhuschter Schatten zu sehen!
Wenn man über die “Paranormal Activity”-Filme liest, kommt man nur schwerlich auf den Trichter, was diese eigentlich völlig banalen “haunted house”-Gerippe so anziehend macht. Der Trick hier ist tatsächlich genau diese Banalität, die im Hinterkopf das plötzliche Auftauchen eines unheimlichen Ereignisses verankert und so auch lange Strecken völliger Ereignislosigkeit mit schleichender Spannung unterlegt.
Das Schwierige bei “Paranormal Activity 3″ sind lediglich ein paar logische Fragezeichen, wie z.B. die dritte Installation eines Kamerasystems durch das dritte Mitglied einer einzigen Familie, oder die für Videokassetten (Stichwort: 1988!) viel zu gute Bildqualität. Ansonsten aber funktioniert auch dieser Film wieder ganz wunderbar und serviert effektiven Low Key-Grusel, der nur marginal polierter und standardisierter als seine Vorgänger erscheint.

Die Regisseure von “Paranormal Activity 3″ sind Henry Joost und Ariel Schulman, die bereits mit der creepigen facebook-Mockumentary “Catfish” ihr Händchen für fiktive digitale Dokumentationen bewiesen haben. Ihre Bilder sind entweder statisch oder wackeln fleissig herum, als besonders fiese Neuerung gibt es eine Kamera, die ständig vor- und zurückzoomt, und der ständige Begleiter der Zuschauer ist eine wirklich unangenehme Unsicherheit.

Wirklich wichtig ist bei “Paranormal Activity 3″ vor allem das, was eigentlich kaum im Bild ist, wobei dieses Mal aber auch etliche klassische Schocks serviert werden. Wenn der Küchentisch auf einmal verschwindet, ein Kind am Pferdeschwanz hochgezogen wird und das gute alte “Bloody Mary”-Spiel zu einem offensichtlichen Eregbnis führt, fahren einem regelmäßig Stromstöße durch die Glieder – obwohl solche effektheischenden Manipulationen ja eigentlich der Idee der Serie zuwiderlaufen.

Fazit
“Paranormal Activity 3″ wird kaum neue Freunde gewinnen, aber hält die bestehende Fangemeinde gut bei Laune. Der Film erscheint etwas polierter als seine Vorgänger und schielt etwas stärker Richtung “normaler” Horror, doch im Grunde bleibt es erneut bei der zugleich kuriosen und verdammt effektiven Mischung aus statischer Langeweile, hysterischem Herumgewackel und kaum merkbaren “haunted house”-Rumplern, die jederzeit zu saftigen Schocks werden können. “Paranormal Activity 4″ darf kommen, so sicher wie der nächste Schrei aus dem Schlafzimmer.

