Persona

Beschreibung

Die Schauspielerin Elisabeth Vogler (Liv Ullmann) beschließt mitten in einer Vorstellung, in der sie die „Elektra“ spielt, von nun ab kein Wort mehr mit ihrer Umwelt zu wechseln. Was die eigentlich zu ihrer Pflege während eines zweiwöchigen Aufenthaltes in einem abgelegenen Sommerhaus abgeordnete Krankenschwester Alma (Bibi Andersson) zunächst als ehrliches und unvoreingenommenes Zuhören empfindet, wird schon bald zum Psychoterror: Gegenüber der ewig schweigenden Elisabeth legt sie intimste Einzelheiten offen, was diese lediglich als interessantes Amüsement betrachtet. Alma veräußert ihre Identität so vollständig, daß sie in ihrem Gegenüber aufzugehen droht, wenn sie sich nicht rechtzeitig von ihm löst.

„Persona“ ist eine Versuchsanordnung: das Experiment, zwei verschiedene Personen zu einer einzigen zu verschmelzen – was von Kameramann Sven Nykvist in außerordentlich eindrucksvolle Bilder gefasst wird. Die immer neuen Großaufnahmen der Gesichter, die mit der langen, von Bachs Violinkonzert in E-Dur untermalten Einstellung von Elisabeths Gesicht beginnt und in der berühmten montagetechnischen Verschmelzung der beiden Gesichtshälften von Ullmann und Andersson zu einem maskenhaften Erscheinungsbild gipfelt, machen „Persona“ zu einem der optisch intensivsten Filme überhaupt. Die suggestive Wirkung der Vorgänge auf der Leinwand wird auch durch die geradezu beängstigende, lautmalerische Musik von Lars Johan Werle bewirkt.

„Persona“ wurde in Szene gesetzt von Ingmar Bergman, der selbst über den Film sagt: „Zum ersten Mal in meiner Karriere war es mir egal, ob der fertige Film für das Publikum zugänglich genug ist.“ Für ihn war dieses Werk eine sehr persönliche Angelegenheit, irgendwo verortet zwischen psychologisierender Spinnerei und intellektuellem Gedankenspiel. Es besteht freie Wahl: zwischen anstregend, schön und fordernd.


von

Genres: Drama
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