Ran

Beschreibung

Akira Kurosawa hat etliche bedeutsame Filme inszeniert, zu denen auch „Ran“ aus dem Jahre 1984 gehört. Das auf dem Drama „“ von William Shakespeare basierende Kriegsepos handelt von dem alternden Fürsten Hidetora Ichimonji (Tatsuya Nakadai), der beschließt, sich zu Gunsten seiner drei Söhne Taro (Akira Terao), Jiro (Nezu Jinpachi) und Saburo (Ryu Daisuke) aus dem Regierungsgeschäft zurückzuziehen. Seinem ältesten Sohn Taro soll die wichtigste Burg im Lande zufallen, den beiden Brüdern die zweite und die dritte, während Hidetora den Titel des Großfürsten beibehält. Sein jüngster Sohn Saburo zeigt sich jedoch rebellisch, so dass ihn Hidetora nach einem Eklat kurzerhand aus seinem Dunstkreis verbannt. Damit beginnt ein kriegerischer Machtkampf innerhalb der Familie, der von Taros durchtriebener Frau Kaede (Mieko Harada) geschürt wird und von grausamen militärischen Attacken geprägt ist. Im Zuge der Auseinandersetzungen mit seinen Söhnen erkennt Hidetora, wie unbarmherzig er selbst sich seine Macht erkämpft hat und sucht die Einsamkeit der Natur, um sich zu läutern. Doch die Katastrophe nimmt unvermindert ihren Lauf, und eine Blutspur zieht sich durch das Land, wobei schließlich ein Ichimonji nach dem anderen sein Leben lassen muss.

„Ran“ ist ein imposantes Epos, das eine ganze Reihe internationaler Auszeichnungen, darunter den Oscar für das Beste Kostümdesign, einheimsen konnte. Alles hier dreht sich um Pathos, sowohl in den aktionsreichen wie den stillen Szenen; das Martialische mit seiner ganz besonderen, meisterhaft inszenierten Ästhetik wird hier als Tosen der Mächte kultiviert, flankiert von wohldosierten, tiefgründigen Betrachtungen über Schuld und Reue. “Ran” bedeutet eigentlich Chaos, was sich allerdings lediglich auf die Zustände innerhalb der Geschichte bezieht. Denn dieser monumentale Film mit seiner fesselnden visuellen Opulenz überzeugt nicht zuletzt durch seine präzise Inszenierung, die dramaturgisch wie atmosphärisch die erlesene Filmkunst Akira Kurosawas ausweist.

„Ran“ ist hohe Filmkultur – nicht gerade einfach, aber auf jeden Fall immens belohnend.


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Genres: Historie
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