Rashomon

Beschreibung

„Rashomon“ bedeutete für den japanischen Regisseur Akira Kurosawa (1910-1998) den internationalen Durchbruch. Der Film wurde 1951 mit dem Oscar für den besten ausländischen Film ausgezeichnet.

Ein Wanderer (Kichijiro Ueda) sucht unter dem Dach des “Rashomon Gate” Schutz vor dem Regen. Dort trifft er einen Priester (Minoru Chiaki) und einen Holzfäller (Takashi Shimura), die von einer grauenhaften Begebenheit erzählen. Der Wanderer möchte mehr erfahren und so hört er aus der Sicht von vier verschiedenen Individuen die Geschichte des Banditen Tajomaru (Toshiro Mifune), der einen Samurai (Masayuki Mori) , welcher in einem nahen Wald unterwegs war, tötete und dessen Frau (Machiko Kyo) vergewaltigte. Tajomarus Geschichte unterscheidet sich aber stark von jener der vergewaltigten Frau des Samurais. Aber auch die Geschichte des getöteten Samurais selbst, der durch ein Medium seine Version der Ereignisse schildert, und die des vierten Augenzeugen, dem Holzfäller, ergeben kein übereinstimmendes Bild. Was ist wirklich an diesem Tag passiert und welche Motive haben die einzelnen Augenzeugen, die Ereignisse falsch darzustellen?

“Rashomon” ist ein Film über Wahrheit und Lüge. In was für einer Welt leben wir, dass jedes Individuum, aus den unterschiedlichsten Gründen, auf Lügen angewiesen ist, um sich selbst oder das Selbstbild zu schützen? Überdies ist “Rashomon” einer der ersten Filme, die Rückblenden benutzen, um ein Ereignis unterschiedlichen Interpretationen zu unterziehen. Innerhalb der Rückblenden gibt es dann noch weitere solcher Art, so dass schließlich ein mehrstufiges Geschichtengewebe entsteht.

Besonderes Augenmerk wurde auch auf die Kameraführung gelegt. Kazuo Miyagawa leistete hier hervorragende Arbeit und hat vor allem bei den diversen Schattenspielen der Laubblätter auf dem Boden und den Gesichtern der Protagonisten großartige Bilder gefunden. Außerdem wird “Rashomon” oft als erster Film genannt, bei dem die Kamera direkt in die Sonne gerichtet wurde, ein Tabu zur damaligen Zeit. Die Kinematographie trägt einen guten Teil dazu bei, dass die Hitze und das Tropische des Waldes, in dem ein guter Part des Films stattfindet, beinahe physisch zu spüren ist.

„Rashomon“ ist einer der wichtigsten, besten und bekanntesten japanischen Filme überhaupt. „Akira wer?“ Danach ganz sicher nicht mehr.


von

Genres: Drama
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