Horrorgames - Was uns Angst macht

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(Pille) Langsam läuft Jill Valentine durch den Flur des alten, abgelegenen Herrenhauses. Die Waffe im Anschlag, in der grausigen Erwartung hinter der nächsten Ecke auf einen geifertriefenden Untoten zu treffen, nähert sie sich dem Ende des Ganges. Plötzlich klirrt zersplitterndes Glas und durch die Fenster an Jills Seite springen blutdürsternde Zombiedobermänner die junge Polizisten an, um ihr an die Kehle zu gehen.

Horrorgames - Was uns Angst macht

Die beschriebene Szene stammt aus dem Spiel, das Horror in Games überhaupt erst auf breiter ebene salonfähig machte. “Resident Evil” erschien 1996 für die Playstation und war eines der kommerziell erfolgreichsten Spiele für Sonys erste Konsole.

Allerdings war “Resident Evil” nicht das erste Spiel, das es sich zur Aufgabe machte den Spieler das Fürchten zu lehren. Bereits vier Jahre zuvor, im Jahr 1992 veröffentlichte der französische Entwickler Infogrames den Titel, der offiziell als Begründer des Genres Survival-Horror zählt, “Alone in the Dark”. In “Alone in the Dark” steuerte der Spieler wahlweise Edward Carnby oder Emily Hartwood, Antiquitätenhändler, die in einem alten Herrenhaus, dessen Besitzer sich erhängt hatte, nach einem Klavier suchten.

Das Szenario basierte auf dem Cthulu-Universum des berühmten Horrorautors H.P. Lovecraft und vermittelte deßhalb auch denselben subtilen Horror, wie Lovecrafts Literatur. Angst wurde hier nicht durch konkrete Darstellung von Gewaltorgien erzeugt, was aufgrund technischer Limitierung auch garnicht möglich gewesen währe. “Alone in the Dark” schuf auf subtile Weise Gänsehautatmosphäre. Die Geschichte eines abgelegenen, verfluchten, alten Herrenhauses, dessen Besitzer sich das Leben nimmt, bot einen guten Rahmen, um dem Spieler den ein oder anderen Gänsehautmoment zu verpassen.

Damit war der Beweis angetreten, dass neben Büchern und Filmen auch das neue Medium, Computerspiele, in der Lage war, Menschen dazu zu bringen, mit angeschaltetem Licht zu schlafen und Kelleraufenthalte so kurz wie möglich zu gestalten.

Den Boom erlebte das Genre allerdings richtig mit Capcoms “Resident Evil” Reihe, in deren Folge viele Genrekollegen wie “Silent Hill”, “Project Zero” oder “Obscure” auf den Markt schwemmten. Dass das Genre an sich erfolgreich ist, lässt sich alleine daran erkennen, das die “Resident Evil”, wie auch die “Silent Hill”-Reihe inzwischen beim fünften Teil angekommen sind und trotz der x-ten Fortsetzung noch sehnlichst erwartet werden.

Aber was macht ein Spiel tatsächlich gruselig? Kann ein Game überhaupt die gleiche furchteinflösende Stimmung erzeugen, die ein moderner Hollywoodfilm kreieren kann?

Dem Thema, wie Horror in Computer- und Videospielen funktioniert, widmen wir uns heute abend in GIGA The Show.

Eure Meinung wie immer in die Comments!

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