Review - Resident Evil Degeneration

Leserbeitrag
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(Darthjoe93) Seit geraumer Zeit wird versucht, Videospiele für eine breitere Masse zugänglich zu machen. Verschiedene Merchandise-Sparten sind bisher verwendet worden. Von T-Shirts bis hin zu Medien wie Bücher, Comics, Hörspiele und Filme reicht die Auswahl. Letzteres hat Capcom mit der Resident Evil Reihe bereits des Öfteren versucht – zuerst in Live-Action-Form, mit Degeneration dann als Animationsfilm. Wie sich der CGI-animierte Film so schlägt?

Eigentlich ganz solide. Bei Videospieladaptionen erwartet man oft eher minderwertige Endprodukte. Jedoch ist Resident Evil Degeneration keineswegs minderwertig. Es fehlt jedoch etwas an Strukturierung und Spannungsaufbau. Degeneration beginnt zunächst mit einigen interessanten Ausschnitten der Presse im Resident Evil Universum. Angesiedelt ist der Storystrang 7 Jahre nach dem Raccoon City Vorfall, bekannt aus der Videospielvorlage. Als es dann auf einem Flughafen zu einem erneuten Ausbruch des T-Virus kommt, treffen Claire Redfield und Leon S. Kennedy wieder aufeinander. Hier sind einige sehr atmosphärisch und toll in Szene gesetzten Gruselabschnitte vorzufinden. Leider war es das dann an dieser Stelle auch schon mit Horrorstimmung. Im weiteren Verlauf wird die anfänglich bedrückende Atmosphäre nicht mehr aufgegriffen, stattdessen setzen die Produzenten auf eine actionreichere Story, die zwar nicht belanglos, aber auch nicht anspruchsvoll wirkt. Unterhaltsam ja, allerdings werden auch ab und zu typische Hollywoodklischees aufgegriffen, die man sich auch hätte sparen können. Zusammengefasst ist die Geschichte und Inszenierung aber durchaus sehenswert. Ob auch Fans der Videospielreihe ihren Spaß haben, kann ich persönlich nicht beurteilen, ich habe bis jetzt noch keinen Teil intensiv gespielt.

Aus pädagogischer Sicht versucht der Film Kritik am Gelddurst und der Korruption von Behörden und Führungspositionen zu nehmen, die unsere heutige Zivilisation plagen. Auch Pharmaunternehmen werden leicht kritisiert. Allerdings hätte man diese Kritik auch etwas subtiler verstecken können.

Gut gefallen die teilweise sehr liebevollen und detaillierten Umgebungen, Vehikel und Gebäude. Die Menschen sind auch ordentlich designt, allerdings merkt man im (englischen) Originalton ab und zu, dass das Gesprochene nicht exakt mit der Mundbewegung übereinstimmt. Dieser ist übrigens empfehlenswert, allein schon weil die Originalsprecher aus der Videospielvorlage beibehalten wurden. Eine japanische Sprachversion liegt der DVD nicht bei. Wovon man abraten kann, ist, sich Degeneration in der deutschen Synchronisation anzusehen, diese wirkt oft unpassend und gerade bei Emotionen aufgesetzt.

Wer Fan von Making-Ofs und diversen anderen Extras ist, der wird auch versorgt, neben besagten Making Of finden sich auch Charakterprofile, Stimmproben, ein Interview und mehrere Trailer vor. Die Bild- und Tonqualität ist gut, das Coverdesign wirkt dank metalligen Schimmern recht ansprechend.

Fazit: Wer schon immer einen Resident Evil Film wollte, sollte zu Degeneration greifen, der wesentlich unterhaltsamer ist, wie seine Live-Action Kollegen. Halbgar und Verbesserungswürdig bleibt er aus filmischer Sicht allerdings nach wie vor. Alternative: Silent Hill (Film).

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