Smallville - TV-Serie: Zurück zu alter Stärke

Tobias Heidemann
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Viele Fans befürchteten nach dem Ende der achten Staffel von "Smallville", der Serie könnten langsam aber sicher die Superkräfte ausgehen. Nach einem knackigen Auftakt verfingen sich die Autoren zunehmend in Belanglosigkeiten und konnten die Zuschauer auch mit dem lahmen Staffel-Finale nicht wirklich zurückgewinnen. Wer "Smallville" dennoch die Treue hielt, der wird nun belohnt: Die neunte Staffel verhilft dem Teenager aus Stahl zu einem seiner stärksten Auftritte überhaupt.

Smallville - TV-Serie: Zurück zu alter Stärke

Mit ganz großen Schritten nähert sich die US-amerikanische TV-Serie “Smallville” ihrem Grand Finale. Derzeit läuft in den Staaten die zehnte und letzte Staffel. Nach über 200 Folgen ist allen Beteiligten klar: Das Konzept hat seinen Zenit überschritten. Die ursprüngliche Prämisse – wie aus dem Jungen Clark Kent der Mann aus Stahl wurde – haben die Autoren von “Smallville” aus jeder nur erdenklichen Perspektive abgeerntet. Bleibt einzig die Frage, ob sich der gute Clark mit Stil von seinen zahlreichen Fans verabschieden kann.

Zu wünschen wäre es ihm, denn auch wenn man es als Fan der Serie nicht immer leicht hatte, schenkten uns die Macher doch auch viele unvergessliche Stunden. “Smallville” begann 2001 mehr als vielversprechend. Dank eines hervorragend gecasteten Hauptdarstellers, soliden Effekten und einer höchst unterhaltsamen Legendenbildung, gelang es dem “Smallville”-Franchise, Comic-Enthusiasten und Romantiker zugleich an den Fernseher zu holen.

Mit dem Weggang der ursprünglichen Showrunner Miles Millar und Al Gough erlitt “Smallville” dann aber auf halber Strecke kreativen Schiffsbruch. Anstatt der psychologischen und biographischen Entwicklung des jungen Helden einfach mal einen kräftigen Schubs in Richtung “Superman” zu geben, kreisten die Autoren wie uninspirierte Assgeier immer wieder über den thematischen Leichnamen der Ausgangssituation. Von einem flotten Start einmal abgesehen, wurden viele Fans auch mit der achten Staffel nicht wirklich zufriedengestellt, da diese in der zweiten Hälfte gehörig an Spannung verlor.

Aber manchmal lohnt es sich eben doch, treu zu bleiben. In der nun auf DVD und Blu-ray erschienenen neunten Staffel findet “Smallville” endlich zu alter Stärke zurück und kann seine Zuschauer mitunter wieder richtig überraschen.


Der Grund für den bemerkenswerten Qualitätssprung ist einfach: Clark (Tom Welling) hat sich endlich mit seinem heldenhaften Schicksal abgefunden und schlüpft nun vollends in die ihm angestammte Rolle des legendären Beschützers der Menschheit. Dadurch erhält die neunte Staffel einen frischen Drive. Vorbei ist all das Zaudern und Zweifeln – Clark Kent ist Superman und er trägt das “S” auf seiner Brust mit Stolz.


Wie überfällig dieser Schritt war, zeigt sich in der neuen Reichhaltigkeit der Figur. Clark muss nicht nur die Herausforderungen seines Doppellebens meistern, sondern auch eine echte Sinnkrise vor dem Hintergrund seines Krypton-Erbes durchleben. Ständig muss er wichtige Entscheidungen treffen und es sind nicht immer die richtigen – was der Serie überaus gut tut. So fühlt sich die gesamte Staffel nun eher wie ein “ – das erste Jahr” an. Mehr Ikone, weniger Geplänkel.

Darüber hinaus haben die Autoren auch endlich verstanden, dass jeder Superheld nur so gut ist wie sein Gegenspieler. Mit General Zod (Callum Blue) hat “Smallville” endlich wieder einen vernünftigen Bösewicht, der sich bis zum bisher besten Staffelfinale auch noch richtig schön austoben darf.

Fazit

Das Dranbleiben hat sich gelohnt. Die neunte Staffel “Smallville” ist uns wieder eine klare Empfehlung wert. Spannender, stringenter und vielschichtiger als jemals zuvor, entschädigt das revitalisierte Franchise alle Interessierten für die langen Durchstrecken. DC-Fanboys freuen sich über die feste symbolische Anbindung an das Comic-Universum, Soap-Freunde bekommen hingegen eine sehr viel unterhaltsamere Erzählung geboten.

In puncto Extras hätte Time Warner aber gerne noch eine Schippe drauflegen können. Die Audiokommentare beschränken sich lediglich auf zwei Schlüsselepisoden ( “Kandor” mit den Kommentaren von Al Septien, Turi Meyer und Callum Blue, sowie “Idol” mit Erica Durance, Kelly Souders und Brian Peterson). Hier geht es mehr um Lacher, als um wirklich interessante Informationen. Die beiden Specials sind recht interessant, stechen aber in keinster Weise aus dem grauen Mittelmaß hervor. Auch in den Deleted Scenes steckt kaum Bemerkenswertes.

Dafür überzeugen Bild und Ton in der Blue-ray Version auf ganzer Linie. Auch die DVDs können überzeugen. Das Bild ist klar, die Farben sind satt und es gibt auch keine Probleme im Segment der Kompressionsartefakte. Der Ton erreicht die Käufer leider nur in der englischen Fassung als Dolby Digital Surround 5.1.

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