Snow White and the Huntsman – Kinokritik – Bella & Thor vs. Aeon Flux

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Ein tragisches Zeichen der Zeit: Da gibt es schon mal einen Sommerfilm, der keine Fortsetzung ist oder auf einem Comic basiert, und dann kam erst kurz zuvor ein weiterer Film mit der gleichen Thematik raus: Nämlich „Schneewittchen“, „re-imagined“ als „Spieglein Spieglein“.

Zeitlose Märchen der Gebrüder Grimm, aufgepeppt für die aktuelle Multiplex-Generation. Bereits „“ setzte dieses Konzept um und „Snow White and the Huntsman“ folgt nun auf dem Fuße. Also, äh, natürlich nach „Spieglein Spieglein“, der das mit der bösen Stiefmutter, den Zwergen und dem Apfel als knallbuntes Kariesmärchen verpackte.

„Snow White and the Huntsman“ dagegen setzt weder auf überästhetisierte Zuckerbilder noch „Twilight“-isierten Teenie-Durchpfiff, sondern offeriert eine Mischung aus satter Abenteuer-Epik und bizarren Fantasy-Auswüchsen. „“ trifft auf „“ und Guillermo del Toro. Die Basis bleibt realistisch, die Borde drumherum webt dunkle Phantastik. Als weiterer Vergleich kommt unweigerlich „Game of Thrones“ in den Sinn.

Es wird bereits deutlich: „Snow White and the Huntsman“ ist (natürlich) Baukasten-Kino – das aber trotzdem eine stattliche Summe seiner Teile ergibt. Der Film nimmt das Thema ernst, der Stil ordnet sich der Handlung unter, kitschige Elemente fehlen fast völlig. Gegenüber „Spieglein Spieglein“ ist ein deutlicher qualitativer Anstieg zu verzeichnen, der auf dramatisches Abenteuerkino hinausläuft und nur sporadisch aus der Bahn schlägt. Was dann z.B. Kristen Stewart und ihrer geklonten Bella-Vorstellung zuzuschreiben ist, oder der Reißbrett-artigen Anordnung viel zu vieler Charaktere: „Ein Märchen? Das geb ich mir nur wegen Mucki-Monster Chris Hemsworth!“

Fazit
„Snow White and the Huntsman“ schlägt „Spieglein Spieglein“ nach fast allen Regeln der Kunst und bietet ein großes Fantasy-Abenteuer, das Regiedebütant Rupert Sanders (hat vorher Werbung gemacht – schnarch) erstaunlich stimmig auf die Reihe bekommt. Die Teenie-Fraktion bekommt Bella, die Jungs Thor und die Volljährigen eine saftige Vorstellung von Madame Flux. Es gibt viele Reize bei diesem Film, was auf der einen Seite natürlich miefiges Kalkül bedeutet, doch auf der anderen Seite reinem Kinderquatsch keine Chance lässt.

Nur mal ein kleines Beispiel für die Überlegenheit gegenüber „Spieglein Spieglein“: War bei Mr. Singh die Stiefmutter einfach nur böse, bekommt sie bei „Snow White and the Huntsman“ einen triftigen (wenngleich banalen) Grund. Was tatsächlich schon genug ist, um als Zuschauer in das Geschehen zu „investieren“. Und am Ende mit einem begrenzt innovativen aber dennoch gelungenen Sommer-Blockbuster belohnt zu werden.

Wertung: 7/10

Regie: Rupert Sanders
Darsteller: Kristen Stewart, Chris Hemsworth, Charlize Theron
USA/2012
Start: 31.5.2012

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