Computerspielemuseum Berlin - Highscore Hochkultur

Tobias Heidemann
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Das Berliner Computerspielmuseum eröffnete unlängst seine neue Dauerausstellung "Computerspiele. Evolution eines Mediums". Egal ob man als zockender Zeitzeuge in lieb gewonnenen Jugenderfahrungen schwelgt oder sich für die Langzeitbewahrung digitaler Kulturgüter interessiert – die einzigartige Sammlung ist eine ebenso unterhaltsame, wie kundige Verbeugung vor dem Gesamtkunstwerk Computerspiel.

Computerspielemuseum Berlin - Highscore Hochkultur

Als Eingeweihter der digitalen Spielekultur erliegt man in der neu eröffneten Dauerausstellung des Berliner Computerspielemuseums schon auf den ersten Metern der Aura ihrer Exponate. Man fragt sich zum Beispiel, ob auch andere Besucher die etwas eigentümliche Faszination empfinden, die von dem nüchtern ausgestellten “Atari 2600″ ausgeht. Als eine von fünfzig Spielemaschinen blickt das legendäre Gerät durch die Scheibe der “Wall of Hardware” und weckt bei Zeitzeugen vergessen geglaubte Erinnerungen an unbeschwerte Stunden in abgedunkelten Kinderzimmern.

Wer die Spielekonsole Anfang der 80er Jahre sein Eigen nennen durfte, der grinst heute verschworen, wenn Andreas Lange, Kurator und Direktor des Museums, über die Notwendigkeit ihrer Musealisierung referiert und dabei gespielte Erinnerungsorte wie “Space Invaders” oder “Pac-Man” zitiert.


Lange ist zufrieden. Als passionierter Sammler wusste er schon vor zehn Jahren, dass die zu Beginn als Kinderspielzeug verkannten Computerspiele irgendwann im Fokus des gesellschaftlichen Interesses stehen würden; und zwar als bedeutende Kulturgüter, die die gesellschaftliche Kommunikation so nachhaltig beeinflusst haben wie der Buchdruck oder der Film. Der Ansturm am Eröffnungstag der Ausstellung vor einigen Wochen scheint ihm Recht zu geben

Über 300 – meist interaktive – Hardware-Exponate hat das Team des Computerspielemuseums auf 520 Quadratmetern zusammengetragen. Mit einer Retrospektive aus 50 Jahren Computerspielegeschichte hat man sich viel vorgenommen. So stehen die Ausstellungsstücke auch etwas dicht gedrängt beieinander, um den Besuchern möglichst viel von den historischen Wurzeln der verpixelten Spielkultur zu berichten.

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