Der Pixel-Mann - (Space) Invader: So bringe er uns Pixel!

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(Carsten) Kunst findet schon lange nicht mehr in abgeschirmten Ateliers statt, in denen spärlich bekleidete Frauen auf einem Sockel sitzen und ein verschrobener Alter mit Spitzbart die Szene im eigenwilligen Pinselstil versucht auf Leinwand festzuhalten. Kunst möchte raus, möchte gesehen und erlebt werden – und was eignet sich da besser sie dort leben zu lassen, wo sie von jedem gesehen wird – auf der Straße!

Der Pixel-Mann - (Space) Invader: So bringe er uns Pixel!

Der französische Straßen-Künstler “Invader” ist ein imposantes Beispiel für einen völlig neuen, eigenwilligen aber auch erfrischenden Kunst-Gedanken. Kunst als Pixel-Undergroundprojekt, welches direkt auf der Straße stattfindet. “Invader” ist ein Invader – ein Space Invader. Einer der ausschließlich maskiert in die Öffentlichkeit tritt, der sich Plätze auf der ganzen Welt sucht, wo seine Kunst wirken kann.

Diese Kunst ist kein bombastisches Straßenbild, keine gesprayten Tags und auch keine französische Pantomime, die Passanten erschreckt. Invaders Kunst ist pixelig und erinnert an eine glorreiche 8Bit-retro Zeit. Der Künstler erschafft mal kleine, mal große farbige quadratische Fliesen, in Form eines Mosaiks, die einen 8Bit Videospielcharakter darstellen oder davon inspiriert wurden. Sei es der namensgebende Space Invader, Link oder Pacman. In Space Invaders sieht er ein Symbol unserer Zeit und die Geburt der modernen Technik, mit Videospielen, Computer, Internet, Mobiltelefone, Hackern und Viren. Und schließlich trifft Space Invaders das war er macht ziemlich gut: “invading spaces”

Mal befestigt er diese Fliesen an Gebäuden und Plätzen, wo sie von möglichst vielen Menschen gesehen werden sollen, mal bringt er sie in total versteckten Ecken und Nischen an. In Montpellier hat er die Locations seiner “invaders” so gewählt, dass sie auf einer Karte angeordnet das gigantische Bild eines Space Invaders darstellen.

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Angefangen hat er mit der “Invasion” wie er es nennt 1998 in seiner Heimatstadt Paris, in der mittlerweile über 700 dieser Mosaike hängen. Neben Paris gibt es bereits 35 andere Städte, in denen er die Invasion begonnen hat. So sind zum Beispiel Los Angeles, New York City, London, Manchester, Newcastle, Geneva, Tokyo, Prague, Melbourne, Vienna, Bilbao, Bangkok, Darlington, Ljubljana, Barcelona, Nice, Amsterdam, Katmandu, Varanasi, Perth und sogar Mombasa mit seiner Kunst verziert. Einer der prominentesten Plätze ist wohl am Hollywood-Schriftzug. Der erste “invader” wurde 1999 am Buchstaben “D” befestigt.

Invader katalogisiert all dies, und stellt es auf seiner Webseite aus, mit der jeweiligen Karte und Beschreibung wo jeder “invader” zu finden ist. Aufgrund seiner angebrachten Mosaike errechnet er sogar eine Punktzahl, so dass das ganze wie ein Real-Life-Computerspiel anmutet.

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So ist es auch weniger ein politisches Statement, auch wenn bereits der Akt selbst politisch ist, da er in 99% der Fälle keine Genehmigung für seine Invasion hat, als vielmehr ein Experiment. Der Gamingaspekt darin ist jedoch wohl stärker – schließlich geht es Invader darum, die maximalen Punkte zu erreichen.
Das ist das was er seit mehr als acht Jahren macht und wohl auch in Zukunft machen wird. “Invading Spaces”

Wie cool dieses Projekt aussieht, könnt ihr in der Fotostory sehen!

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