Star Trek Into Darkness – Film-Kritik: So müssen Fortsetzungen aussehen

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Star Trek Into Darkness“ ist awesome. So, jetzt hab' ich's gesagt. Und das auch noch gleich zu Beginn. Was schreibe ich jetzt noch? Irgendwas mit „ein Franchise ist erwachsen geworden“, das klingt schön hochtrabend und umschreibt den Kern der Sache nahezu exakt. Denn nach der gewagten Verjüngung eines ganzen Kultes im Jahr 2009, kann Regisseur J.J. Abrams endlich die Fesseln der Bewährungsprobe abstreifen und richtig vom Leder ziehen.

Eben drum beginnt „Into Darkness“ mit einer Sequenz, die andere Filme wahrscheinlich als großes Finale aufziehen würden. Ein riesiger Vulkan, eine Flucht, die Enterprise unter Wasser, ein waghalsiges Manöver – dazu ertönt brachialer Sound, die Effekte könnten edler kaum sein. Zu diesem Zeitpunkt läuft der Film gute 10 Minuten, hat also den eigentlichen Storykern noch nicht mal eingeleitet. Der folgt auf dem Fuße, nebst hoch dramatischer Entwicklungen.

Schnell wird klar: Hier steht dieses Mal wirklich etwas auf dem Spiel. Die Bedrohung ist für Kirk, Spock und Co. sehr real, der neue Gegenspieler eine echte Pottsau, die über Leichen geht. Und es wird auch klar: J.J. Abrams und sein Team wollen es dieses Mal wirklich wissen. Nieder mit den Diskussionen um verprellte Trekkies, um parallele Universen und Überschneidungen – stattdessen regiert hier das totale Spektakel.

Gefühlte 20 Actionszenen fährt „Star Trek Into Darkness“ in rund 2 Stunden Film auf, jede einzelne davon hebelt die Gesetze der Schwerkraft und die gültigen Messlatten in Sachen On-Screen-Spektakel  aus. Und ja, man sieht bei all dem sogar, was vor sich geht. Kein verwackeltes Schnittmassaker, sondern schicke Widescreen-Panoramen mit opulent choreografierten Kämpfen. Wird es mal ruhig, kommen die Charaktere zur Geltung.

Inmitten dieses Getümmels aus flotten Sprüchen, humorigen Zitaten, ernsten Untertönen, brachialer Action und Sticheleien der Crew entsteht so ein perfekt getimter Sog, der die Zuschauer erst mit den Credits wieder entlässt. Die vielgerühmte Mär des nahezu perfekten Pacings – „Star Trek Into Darkness“ scheint sie beinahe gefunden zu haben. Ein paar kleine Hänger bleiben, gerade zu Beginn. Aber spätestens mit der Offenbarung der Identität des Bösewichts gibt es hier kein Halten mehr.

Star Trek Into Darkness Filmkritik

Womit wir beim Schmuckstück dieses grenzgenialen Blockbuster-Events wären: Benedikt Cumberbatch, ein Mann, dessen Art zu reden bereits derart faszinierend ist, dass man bei jeder einzelnen Silbe an seinen Lippen klebt. So viel diabolische Ausstrahlung, bei gleichzeitigem Charisma, mit derartiger Physis und Psyche gab es bei einem Filmbösewicht gefühlt seit Jahren nicht mehr. An diesem Fiesling werden sich künftige Star Trek-Widersacher messen müssen.

Wenn man diesem Event von Film etwas vorwerfen wollte, dann könnte man erwähnen, dass sich die Charaktere nur mehr um ihre eigene Achse drehen, ohne sich in irgendeiner Form zu entwickeln. Das ist fraglos dem immensen Tempo geschuldet, das nur selten ruhige Momente zulässt und dann als Konsequenz reichlich skurrile Momente entstehen lässt. Mitten im Anflug auf einen feindlichen Planeten diskutieren Uhura und Spock plötzlich Beziehungsprobleme aus. Charmant gelöst, ja, aber dann doch auch irgendwie erzwungen.

Star Trek Into Darkness Filmkritik

Filmkritik-Fazit: Star Trek Into Darkness

Ich kannte ja bereits rund 30 Minuten aus dem Film, war also entsprechend angeheizt. Dass „Star Trek Into Darkness“ an diese vage Vorahnung nicht nur anschließt, sondern locker oben anbaut, hätte mir vor drei Jahren niemand erzählen dürfen. „Star Trek (2009)“ fand ich nur gut. „Into Darkness“ ist jedoch eine Steigerung in allen Belangen und ein herrlicher Triumph für dieses Franchise.

J.J.Abrams vereint gekonnt filmgewordene Fanträume mit den Sehgewohnheiten einer neuen Generation – ob Trekkie oder nicht. Die schrulligen Kleinkriege der Enterprise-Crew verschmelzen im gigantischen Effektspektakel zu einem Achterbahn-Ritt, der es in sich hat, sich überdies nur selten kleine Längen erlaubt. Das große Highlight dieser Fortsetzung ist jedoch ihr Bösewicht, von dem ich eigentlich lieber mehr sehen würde.

Wertung: 8/10

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