Review - Jumper

Leserbeitrag
5

Was wäre, wenn ihr jederzeit an jeden möglichen Ort springen könntet? Ein Dinner in Paris? Ein Urlaub am Mittelmeer? Eine Reise zu den sieben Weltwundern? Und das alles an nur einem Tag? In Jumper wird dieses Szenario Wirklichkeit. Doch es hat nicht nur Vorteile…

 

Ein Film, der wohl untergegangen ist, als er 2008 in Deutschland in den Kinos startete.
Schlechte Kritiken und mangelndes Marketing stoppten den vielleicht erwünschtenErfolg der Macher dieses action-geladenen Thrillers.

 

Oftmals sind Kritiken allerdings unberechtigt. So habe ich diesen Film wiedergefunden und ihn mir angeschaut. Die Story ist leicht zu verstehen: David Rice erzählt seine Geschichte, die in seinen jungen Jahren beginnt. Er schenkt seiner ersten großen Liebe eine Schneekugel, die ein anderer auf einen vereisten See wirft. Ohne zu zögern holt David sie wieder. Wie zu erwarten bricht er jedoch im Eis ein. Von da an dachte jeder, David sei tot, doch kurz bevor David ertrunken wäre, passierte es zum ersten Mal: Er ”jumpte”. Von diesem Tag an war er sowohl gesegnet, da er überall hinspringen konnte, wo er wollte, jedoch auch verflucht, denn es stellt sich heraus, dass seine Gabe auch Nachteile hat. Er kann zu niemandem komplett offen sein und erkennt, dass es auch Menschen gibt, die von dieser Gabe wissen.

Diese Story hört sich vielleicht unkreativ an, der Plot entwickelt sich aber trotzdem zum spannenden Kopf-an-Kopf Rennen zwischen Jumper und deren Feinde.

Hayden Christensen, vor allem bekannt aus Star Wars als Anakin Skywalker, brilliert in der Rolle des unwissenden Jumpers, der in große Gefahr gerät.
In weiteren Rollen Jamie Bell als ein Griffin, erfahrener Jumper, der schon seit Jahren gegen die Feinde der Jumper, die Paladine, kämpft. Seine Logik: ”Paladine töten Jumper, ich töte Paladine.” Und so verbünden sich David und Griffin, um gemeinsam den Anführer der Paladine Roland, gespielt von Samuel L. Jackson mit einer doch fragwürdigen Frisur, zu besiegen. Nicht fehlen darf natürlich die Geliebte von David: Millie Harris, gespielt von Rachel Bilson. Ein wenig überflüssig wirkt die plötzlich entstehende Liebesbeziehung zwischen David und Millie. Nach mehreren Jahren treffen sie sich wieder und schon ist die Liebe besiegelt. Dass Millie David für tod gehalten hat, wird dabei einfach ausgeblendet.

 

Trotzdem ist die Charakterentwicklung gut gelungen. Der Verlauf der Geschehnisse von dem Moment an, wo David zum ersten mal ein Sprung gelingt, bis zu dem Moment, wo er erkannt hat, dass er nicht alleine ist, ist schlüssig und gut nachzuvollziehen. Dann ist man gespannt, wie der Kampf zwischen Jumpern und Paladinen ausgehen wird.Was den Film auszeichnet, ist seine Schnelligkeit. Immer wechselt der Schauplatz: mal Tokio, mal New York, mal Ägypten, mal Rom oder auch Davids Zufluchtsort, die Bücherei in London, wo David zum ersten mal hingesprungen ist. Doug Liman, der Regsisseur, zeigt auch hier wieder seine Liebe zur Schnelligkeit, genau wie er sie in der Bourne-Trilogie gezeigt hat.

Die Musik von John Powell passt ausgezeichnet zum Geschehen, die Kamerabewegungen sind teilweise jedoch sehr verwackelt und schnell, sodass man sich erst wieder zurechtfinden muss. Trotzdem ist die Inszenierung es Films super, ebenso wie die Atmosphäre und die Spannung, die sich konstant durch den Film bewegen, nicht zuletzt aufgrund der guten Spezialeffekte. Diese sorgen auch für teilweise geniale Szenenwechsel, wodurch die Handlung des Films immer flüssig weitergeht.

Alles in allem muss man sagen, dass es schade ist, dass Jumper so wenig Beachtung geschenkt wurde. Doug Liman hat mit Jumper einen schnellen und
spannenden Film geschaffen, der Fans der Bourne-Reihe auf jeden Fall ansprechen wird.

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