Fazit
Die Bilder sind einnehmend, authentisch und stark, aber in den entsprechenden Szenen nie überzogen brutal. Die düsteren deutschen Wälder und Burgen, in denen gedreht wurde, saugen den Zuschauer förmlich ein. Woran Regisseur Christopher Smith sich orientiert hat, scheint offensichtlich: Der klösterliche Einstieg weckt sofort Erinnerungen an Der Name der Rose; treffend gewählt, denn auch Black Death ist ein starker Thriller.

Einzig der Schnitt wirft manchmal kurz aus dem Geschehen, denn immer wieder springt das Bild scheinbar. Osmund fällt im Moor ins Wasser und statt dass gezeigt wird, wie er sich aufrappelt, ist der Film so geschnitten, dass er sofort wieder steht. Vielleicht wurde hier versucht, etwas Zeit zu raffen und damit für mehr Drama zu sorgen, es funktioniert allerdings leider nicht – und andere Effekte sind auch nicht erkennbar.
Allgemein ist Black Death sicher kein Kinderfilm, denn auch wenn Gewalt nur selten wirklich sichtbar ist, ist sie dann sehr drastisch dargestellt. Folter ist immer wieder Thema und vor allem die Geräuschkulisse gibt ihr Bestes, dem Hörer die Brutalität des Mittelalters zu vermitteln.

Der Silent Hill-Vergleich kommt aber nicht vom Film, sondern dem nebligen Gruselfaktor der Spiele. Nebel und Musik sind die teils mystischen, teils grusligen, aber immer spannenden Elemente, die den Betrachter einsaugen. Das Geräusch von brechenden Knochen dagegen sorgt dafür, dass man sich wünscht, man wäre nicht so dermaßen live dabei. Authentisch und fies: die Realität tut weh.

Black Death ist ein spannender Thriller in einem unverbrauchten Szenario. Die Welt ist realistisch und einnehmend – in ihrer Mystik wie Brutalität. Man fiebert bis zum Ende mit und wird maximal von den Star Wars-Anleihen am Ende etwas vor den Kopf gestoßen. Kein Film für die ganze Familie, aber definitiv für alle Fans von Gothik-Thrillern à la Der Name Der Rose.