FanEdits - Hollywood-Blockbuster selbstgemacht

Tobias Heidemann
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Ihr kennt das vielleicht: Da freut man sich wochenlang auf den neuesten Kinostart im Multiplex um die Ecke, blättert die sauer ersparten Kröten für ein überteuertes Ticket hin – und alles nur, um am Ende wieder einmal enttäuscht aus dem Saal zu schlurfen. Seelenlose CGI-Gewitter und dröge Drehbücher lassen die Fans des gepflegten Popcorn-Kinos à la Transformers, X-Men oder dem Fluch der Karibik immer öfter frustriert zurück. Genau hier setzen die sogenannten

FanEdits  - Hollywood-Blockbuster selbstgemacht

Ein Gastbeitrag von Daniel von Fromberg

Ihren Anfang nahm die FanEdit-Bewegung 1999 mit der langerwarteten Veröffentlichung von “Star Wars – Episode 1: Die dunkle Bedrohung”. Der Film fiel bei den Fans größtenteils durch, wurde zugleich jedoch als verpasste Chance gesehen. Denn: Eigentlich waren alle Zutaten da, doch verstockten Figuren und die krude Erzählweise sorgten allenthalben für Kopfschütteln.


Etwa ein Jahr später zirkulierte in Hollywood eine neue Schnittfassung von “Episode 1″, die für einiges Aufsehen sorgte. Der damals noch unbekannte Film-Cutter Mike Nichols hatte sich das Machwerk vorgeknöpft, die wirre Story verschlankt und so gut wie alles rausgeworfen, was ihm und den Fans übel aufgestoßen war: Vom unerträglichen Jar-Jar Binks, über die blödsinnigen Dialoge bis hin zu den enervierenden Japsern des kindlichen Anakin Skywalker. Das als “Phantom Edit” bekannt gewordene, wesentlich kürzere Resultat wurde schnell ein Untergrund-Hit und von den Medien als erste sehenswerte Fassung des Star-Wars-Prequels gefeiert. Filmfreaks waren über Nacht zu Filmemachern aufgestiegen – und die FanEdits waren geboren.

Ein Gespenst geht um in Hollywood, das Gespenst der FanEdits

Star-Wars-Schöpfer George Lucas und seine Firma Lucasfilm zeigten sich von dem frechen Piraten-Edit weniger erfreut. Sie wiesen darauf hin, dass es sich bei dem Neuschnitt um eine mögliche Urheberrechtsverletzung handelte und drohten mit Klagen. Doch die Geister, die Lucas gerufen hatte – er ward sie nicht mehr los.


Schließlich war er es doch gewesen, der mit seiner Begeisterung für die Möglichkeiten des digitalen Kinos und seinen eigenen 1997er Star-Wars-

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