Sucker Punch – Filmkritik: Pornokino für die Generation Xbox

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Fünf Mädels, geschminkt wie eine Horde durchgeknallter Transvestiten zur Karnevalssaison, metzeln sich durch allerlei archaische Fantasyszenarien, tragen dazu quasi nicht viel mehr, als ein Rüschenstirnband um die Hüfte und dicke Kaliber auf den dürren Ärmchen. Das ist "Sucker Punch" und klingt nach jeder Menge Spaß, zumindest aber nach einer ordentlichen Portion Trash, aufgetragen mit der ganz großen Kelle. Ist aber leider so viel weniger als das…

Zack Snyder, der Mann, der mit “300″ zumindest ein visuell berauschendes Happening abgeliefert hat und später mit “Watchmen” sogar Geist und Spaßzentrum gleichermaßen befriedigen konnte, saß irgendwann in seinem College-Zimmerchen und musste ganz doll nachdenken – als sie ihm erschien: Die Idee zu “Sucker Punch”. Eine Geschichte, die ihre zentralen Figuren in ein traumartiges Gebilde aus verschiedenen Bewusstseinsebenen befördert, sollte das Jahre später (lies: heute) werden. Klingt ein wenig nach Christopher Nolan und dessen “Inception”. Nur das der Mann eben ein Könner ist.


Zack Snyder hingegen, bisher als atemberaubender Visualist gefeiert, offenbart sich hier hingegen als reiner Blender. “Immer schön auf die Netzhaut”, muss sein geheimes Mantra lauten, “dann merkt auch keiner, dass ich nichts zu erzählen habe.” Richtig Zack – und bei einem “300″ hat das auch ganz hervorragend funktioniert. Nur hatten dort Leonidas und sein eingeölter Muskeltrupp zumindest eine hell strahlende Aura aus Coolness, Charisma und Profil. Die “Sucker Punch”-Girls sind einfach nur billig.

Das könnte an der Tatsache liegen, dass die Damen auf Namen wie “Baby Doll”, “Sweet Pea” oder “Blondie” hören. Oder daran, dass sie allesamt derart grotesk überschminkt wurden, das man die eigentlich hübschen Mädchen unter der zehn Zentimeter dicken Nuttenfassade kaum mehr erkennt. Oder einfach daran, dass die Mädels in nahezu sämtlichen Szenen halbnackt durchs Bild laufen, mindestens aber ihre Strapse auf Halbmast tragen.

Das hat mit “sexy” absolut nichts mehr zu tun, sondern wirkt, als habe hier jemand einfach urige Altherrenfantasien auf Zelluloid gebannt. Frauen sind hier billige Schlampen, die es gefälligst zu erniedrigen gilt. Da kann Hauptdarstellerin Emily Browning noch so sehr mit weit aufgerissenen Kuh-Äuglein in die Kamera seufzen, viel menschlicher wird’s leider nicht mehr. Wir sind uns sicher – in irgendeinem Bahnhofs-Pornokino dürfte “Sucker Punch” eine Riesennummer werden.


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