Es ist doch im Grunde ganz einfach: Der Charakter, den wir in einem Videospiel spielen wollen, ist ein klassischer Superheld. Batman oder Superman eben. Ein bisschen durch die Luft fliegen oder im Batmobil an der Decke von Tunneln entlang heizen. Ist doch ein riesen Spaß, so ein Superheld zu sein. Aber auch in die Rolle eines “ganz normalen” Helden zu schlüpfen, ist ganz cool: Immer gut drauf, immer gutaussehend und vor allem immer die richtigen Entscheidungen!
Ist wohl klar, dass sich so ein Bild in allen neuen Medien (denn dies war z.B. im Film auch schon so) zunächst einmal etabliert. Doch teilweise reicht den Entwicklern dieses Bild nicht aus und sie gehen neue Wege: Die Anti-Helden.
Irgendwie schon cool, aber trotzdem abgefuckt torkeln sie sturzbesoffen oder einfach nur psychisch labil durch die virtuellen Welten und versuchen irgendwie ihr miserables Leben aufzuwerten – auch wenn dies nicht unbedingt notwendig wäre, denn hey, was will man mehr als in einem Computerspiel verewigt zu werden? Nunja diesen Umstand kennen unsere Anti-Helden leider nicht und müssen also ihr Möglichstes tun, obwohl sie oftmals nichts dafür können. Der Usprung der Umstände liegt meist in einem (oder allen) von drei Fällen: Einer Intrige der Bösewichte, dem Entwicklungsdrang der Hersteller, welche ihren Helden weiterentwickeln wollen und keinen besseren Weg sehen, als den fast perfekten Charakter zu einem Schatten seiner selbst zu machen oder im dritten Fall sind die Anti-Helden einfach von sich aus heruntergekommen, abgefuckt oder moralisch äußerst bedenklich.
Gemeint sind hier Charaktere wie Conker aus Conker’ Bad Fur Day. Wie der Titel schon sagt hat er aber nur einen schlechten Tag erwischt und ist sonst eigentlich ein ganz liebes Hörnchen. Darum wird ihm sein alkoholischer Ausrutscher auch verziehen. Anders sieht es allerdings bei Dr. Boskonovitch aus Tekken aus. Der kommt hier nicht so gut davon:
Ich habe heute einige eurer Vorschläge ergänzt. Das Update gibt es also ab Seite 5!
Dr. Boskonovitch
Bei Dr. Boskonovitch aus Tekken verhält es sich so, dass er in einer Lebenssituation steckt, in der wohl keiner von uns stecken möchte. Unter einer Krankheit leidend, die langsam aber sicher die Funktion seiner Beine außer Kraft setzt, muss er sich zusätzlich gegen diverse Intrigen, wie die Entführung seiner Tochter zur Wehr setzen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass dies kein Grund dafür ist sich vor Jugendlichen so zu präsentieren, wie er es tut: In jeder freien Sekunde die Flasche am Hals.

