Der explosive Tatort mit Til Schweiger: “Willkommen in Hamburg” online sehen

Das war es also, das vermeintliche Tatort-Ereignis des Jahres: Til Schweiger schoss sich durch “Willkommen in Hamburg” – und 12,5 Millionen Menschen sahen zu. Die 33 Prozent Marktanteil sind der Tatort-Bestwert seit über 20 Jahren, und wer den TV-Krimi verpasst hat, kann ihn jetzt online sehen.

Der explosive Tatort mit Til Schweiger: “Willkommen in Hamburg” online sehen

Wie üblich zeigt die ARD den Tatort als Stream in ihrer Mediathek, eine Woche lang – wegen des Jugendschutzes allerdings nur nachts zwischen 20 und 6 Uhr. Heute Nacht läuft auch im Fernsehen nochmal die Wiederholung: Also quasi am Dienstagmorgen um 00:35 Uhr im Ersten.

Und was kann man erwarten? (Leichte Spoiler ahead:) Vor allem kann man immer wieder Til Schweiger als One-Man-Kommando im Einsatz sehen, und sich alle fünf Minuten fragen – warum ruft der nicht mal seine Kollegen zur Hilfe? Wahrscheinlich, weil dann der Tatort in zehn Minuten vorbei wäre. Diesem Logik-Fehler bzw. Dramatisierungs-Mittel sind allerdings viele Tatort-Folgen verfallen, und auch Story und Dialoge bewegten sich beim Til-Schweiger-Debüt eher im Rahmen der gewohnten Qualität, als deutlich darunter oder darüber zu liegen.

Til Schweiger – der Bruce Willis unter den Tatort-Kommissaren

Das Medien-Spektakel und die Diskussionen im Vorfeld hatten teilweise recht: So viel Ballerei und Geblute hatte ein Tatort selten zu bieten, und zumindest zwei Action-Sequenzen ließen kurz an Kino-Format denken – Til Schweiger, der äh… Bruce Willis unter den Tatort-Kommissaren. Der “Keinohrhasen”- und “Kokowääh”-Star spielt im Grunde wieder dieselbe Rolle wie immer, harte Schale, weicher Kern. Und seine Tochter hat er auch mal wieder untergebracht (diesmal die andere, glaube ich), in der Rolle seiner Tochter – why not.

Die Ideen und der Rahmen schienen alle bekannt: Mädchenhandel/Prostitution mit (natürlich) migrantischer Organisation, interne Polizei-Ermittlungen gegen den “unkonventionellen” Cop, der aber doch ans Ziel kommt, der (unrealistische) Super-Hacker als Kollege, Macho-Sprüche und -Kameraeinstellungen – der Gesamtrahmen mit dem gefallenen Ex-Cop aber doch ganz spannend, wenn auch nicht vollkommen stimmig. Mit dem “Kiez” in Hamburg hatte die Sache dann letztlich wenig zu tun, das Lokalkolorit beschränkte sich bis auf ein paar Bilder der Alster auf eine sinnfreie Szene auf dem Dach der Elbphilharmonie – nur um die Baustelle mal unterzubringen.

Meine Lieblingsszene: Der Kollege von Schweiger/Tschiller (gespielt von Fahri Yardim) sieht sich unter einem Mikroskop den Peilsender an, auf dem groß “Mexico” steht. Und sagt dann erstaunt und wissend – die Technik kommt aus Mexiko.

Wer hat’s gesehen, wie gefiel Euch “Willkommen in Hamburg”?

Weitere Themen: Christian Ulmen, Nora Tschirner, Axel Prahl, Eva Mattes, Til Schweiger, Axel Milberg

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