The Big Bang Theory - Ein Serien-Herz für Nerds

Martin Beck
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Seit Anfang September läuft bei uns die vierte Staffel von “The Big Bang Theory”, in den USA ist bereits Staffel fünf dran. Die Serie ist inzwischen ein satter Erfolg und ein Ende noch lange nicht in Sicht. Es scheint, als wäre die Zeit endlich reif für Witze über physikalische Gesetze.

The Big Bang Theory - Ein Serien-Herz für Nerds

“The Big Bang Theory” steht ganz im Zeichen von “Nerds an die Macht“. Eine Serie für Pickelhauben, Internet-Geeks und asoziale Klemmis. Wer hier keinen Tick hat, ist langweilig oder taucht erst garnicht auf.

Der absolute König der Schrägticker ist natürlich Sheldon (Jim Parsons), ein sozial verkümmertes Superhirn mit Klugscheißgarantie und einem dicken Sack seltsamer Neurosen, doch auch Leonard (Johnny Galecki/ Sheldon in etwas normaler), Rajesh (Kunal Nayyar/ kann nur im Suff mit Frauen reden) und Howard (Simon Helberg/ dauergeil & wohnt noch bei Mutti) haben eigentlich nicht mehr alle Tassen im Schrank.

“Normalerweise” würden diese Typen als Sidekicks verenden, sofern sie denn überhaupt vor eine Kamera dürften, doch bei “The Big Bang Theory” stehen Gespräche über Comics oder “Star Wars” auf einmal im Mittelpunkt. Man lacht nicht über diese Figuren, sondern mit ihnen. Das Nerdtum ist inzwischen so weit im Mainstream angekommen, dass die dazugehörige Plastikblase bereits eine formschöne Eingangstür besitzt.

Nächtelange Computerspiele, akribisch archivierte Comicsammlungen und leidenschaftliche Diskussionen über “Star Wars” und ““. Was einst als plausibler Grund für blaue Augen auf dem Schulhof galt, ist nun ein irgendwie knuffiges Placebo für Legionen ähnlich handelnder oder zumindest sympathisierender Fernsehzuschauer. Was Doug Hefferman für ambitionslose Fettsäcke ist, stellt Sheldon für hoffnungslose Sozialneurotiker dar.

Wobei allerdings Doug immerhin regelmäßig Sex hat, was man von der “The Big Bang Theory”-Truppe nun wahrlich nicht behaupten kann. Obwohl es da ja Penny (Kaley Cuoco), die heiße Nachbarin, gibt, die besonders Leonard durchaus näher kommt, aber dann doch immer wieder durch Spleens, Eifersüchteleien oder einfach nur Missverständnisse auf die erotische Bremse treten muss. Die Anziehung zwischen blond und Wissenschaft scheint zwar zu existieren, doch wirklich einfach machen es sich die Protagonisten nicht.

Dass Superbrains überhaupt bei süßen Kellnerinnen landen können, ist natürlich ein weiteres Placebo-Zäpfchen für die umschmeichelte Nerd-Gemeinde. Auch creepige Typen mit echt komischen Angewohnheiten haben durchaus Chancen, die eigentlich nur dann versiegen, wenn sie sich selbst im Weg stehen. Wie z.B. Rajesh mit seinem Alk-Problem. Oder eigentlich alle, wenn sie mittels ständigem Geplapper über Sex ihre tief verwurzelte Verklemmtheit kundtun.

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