Expendables 2 Filmkritik: Die Rückkehr der Action-Opis

David Hain
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Hemsworth setzt eine Mischung aus sorgenvollem Dackelblick und diesem Ausdruck auf, den Menschen haben, wenn sie dringend auf Toilette müssen – dann platzt es aus ihm heraus: „Ich war in Afghanistan. Doch dann...haben sie meinen Hund getötet.“ Betretenes Schweigen, alle senken den Kopf, Sylvester Stallone sogar den Mundwinkel. Ganz großes Drama. In doppelter Hinsicht.

Bevor ich jetzt schon nach der Einleitung wütende Beschwerdebriefe bekomme, sei darauf hingewiesen: Ich mochte „The Expendables“ nicht. Teil zwei auch nicht. Wer mag so etwas überhaupt? Nun, eigentlich sämtliche restlichen Journalisten um mich herum. Die haben gelacht, gefeiert, sich gefreut. Wer also 2010 im Kino saß und bereits während der Titelsequenz kleine Fanorgasmen durchlebte, braucht hier eigentlich gar nicht weiterlesen. Oder tut es doch und denkt sich hinter jedes Argument einfach ein grünes Plus.

Anfang der Achtziger war das ungefähr so: Actionmime X hat gerade nichts zu tun, sucht sich Drehbuchautor Y, der ihm schnell irgendeinen Plot zurecht erfindet, am Ende hat Videothekar  Z dann endlich wieder was zum in die Regale stellen. Klingt simpel, ist es natürlich auch und erklärt ganz nebenbei, warum es selbst von eher mittelprächtigen Klopperstreifen wie „Karate Tiger“, „American Fighter“ oder „Best of the Best“ jeweils gefühlte 19 Teile gibt.

Und doch kann man konstatieren, dass auch das 80er-Jahre-Trashkino ein gewisses Mindestmaß an Qualität barg. Wir reden hier gar nicht von den Großen. Stirb Langsam, Lethal Weapon, Terminator – alle ohne Frage grandios. Aber auch ein „Rambo“ oder Stallones „Lock Up“, van Dammes „Bloodsport“, Norris‘ „Delta Force“, Schwarzeneggers „Phantom-Kommando“ hatten im Kern gute, zumindest aber launige Geschichten.

The Expendables 2“ hat jedoch, genau wie sein Vorgänger, in erster Linie einmal zu viel von allem: Viel zu viele Charaktere, die allesamt viel zu viele Jährchen auf dem muskulösen Buckel haben, viel zu viel Botox pro abgedrehtem Zentimeter Film, zu viele dumme Sprüche, zu viel Machismo, zu viele Geschosse. Kein Wunder, dass Regisseur Simon West dabei die Zügel regelmäßig entgleiten.

Wer die gesamte Spieldauer damit beschäftigt ist, auch noch dem letzten Stuntdouble die verdiente Screentime zu verschaffen, der hat logischerweise keinen Platz für Erzählstrukturen. Der Fiesling (dieses Mal in Form von Jean-Claude van Damme) will irgendeine Mine um ihre Uranvorkommen erleichtern, weil...ist halt so, nebenbei murkst er ein Teammitglied der „Expendables“ ab und am Ende gibt's aufs Maul. Kann man so machen, muss man als Zuschauer aber noch lange nicht spannend finden.

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