Aushilfsgangster: Kinokritik – Eddie Murphy darf wieder Axel Foley sein!

Das größte Hindernis bei "Aushilfsgangster" ist sein deutscher Titel, der ebenso rumpelig daherkommt wie es genau dieser eine Brett Ratner Film nicht ist. "Aushilfsgangster" und eben nicht "Tower Heist": Fast schämt man sich, über 6 zu sein und dann die Kinokasse vor sich zu haben.

Aushilfsgangster: Kinokritik – Eddie Murphy darf wieder Axel Foley sein!

Wobei das “komische” hier tatsächlich die erträgliche Dosierung der Brett Ratner-Mainstreamkeule ist, die noch z.B. “Rush Hour 3″ zu einer wahren Schämorgie degradierte, doch bei dem aktuellen Film unter anderem Eddie Murphy als Sparring-Partner bekommt – der, wie bereits in einem aktuellen Rolling Stone-Interview angekündigt, endlich mal wieder Bock auf große Klappe hat.


Sobald Eddie Murphy in “Aushilfsgangster” ins Scheinwerferlicht tritt, bekommt der Film einen energischen Blitzschlag verpasst. Trotz zahlloser Familienkomödien und klobiger Latex-Masken hat es Mr. Foley anscheinend immer noch drauf und befördert seine Szenen zu launigen Lachnummern. Slide, so der Name hier, ist natürlich der einzige Profigangster – was spätestens dann ironisch erscheint, wenn man weiß, dass Eddie Murphy dieses Projekt einst mit einer komplett schwarzen Besetzung stemmen wollte.


Der “Hollywood Grind” hat erneut geknirscht und unterm Strich eine immerhin noch unterhaltsame Actionkomödie zugelassen, die eine holprige All Star-Besetzung unter Führung von Ben Stiller in eine Coverversion von “” schickt. Das Ziel dabei ist die Bonzenwohnung von Finanzjongleur Alan Alda, der die Rentengelder der Beschäftigten seines Hochhauses durchgebracht hat und nun ausgeraubt werden soll.


Dass der kleine Mann, vertreten z.B. durch Michael Pena, Matthew Broderick oder Casey Affleck, hier einem Wall Street-Hai kontra geben kann, ist natürlich ein tagespolitischer Glücksgriff, der allerdings ebenfalls dem Film unrecht tut. “Aushilfsgangster” möchte ausschließlich unterhalten, und zwar auf so breiter Ebene, dass Brett Ratner eben doch wieder der richtige Mann dafür ist.


Halbfertige Klischeecharaktere, viel Gelaber, eine überschaubare Gagdichte, ein Heist, der einige Spannung durch unglaubwürdige Stunts einbüßt, und ein Vorlauf, der erst umständlich seine Schachfiguren in Stellung bringt: Bei Brett Ratner weiß man was man bekommt – inklusive zum Glück Eddie Murphy und der tollen weiteren Besetzung, die immerhin satten Charme absondert und mit Gabourey Sidibe, der ““-Wumme, sogar eine ebenbürtige “Schnauze” für “motor mouth” Murphy bereit hält.


Fazit
So richtig überzeugen kann “Aushilfsgangster” leider nicht, dafür ist der Film einfach zu mainstreamig geworden, doch für einen unterhaltsamen Popcorn-Abend reicht es immer noch. Die Kirsche auf dem Kuchen ist auf jeden Fall Eddie Murphy, der hier sein gottgegebenes Grins- und Labertalent endlich mal wieder ausleben darf und letztendlich das entscheidene Argument für einen Kinobesuch ausmacht. Willkommen zurück in den achtziger Jahren- selbst wenn die kleine Kirsche obendrauf, Stamm-Synchronsprecher Randolf Kronberg, ja leider nicht mehr unter uns weilt.

Weitere Themen: Eddie Murphy, Alan Alda, Matthew Broderick, Casey Affleck, Eddie Murphy, Ben Stiller

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