Transformers 3 - Das Spiel Test - Typisch Filmumsetzung: Das Spiel zum Kinoevent enttäuscht

David Hain
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Transformers: Kampf um Cybertron war im letzten Jahr ein ziemlich cooles Spiel, vielleicht sogar die beste Videospiel-Umsetzung des Konfliktes zwischen Autobots und Decepticons überhaupt. Doch obwohl die Entwickler , bricht das Niveau beim Nachfolger an allen Fronten bedenklich ein. Was hier folgt, ist eine meist dröge Auftragsarbeit, die scheinbar rechtzeitig zum Filmstart von Transformers: Dark of the Moon (29. Juni) fertig werden musste.

Transformers 3 - Das Spiel Test - Typisch Filmumsetzung: Das Spiel zum Kinoevent enttäuscht

Trotz der guten Vorlage versäumt man es also, ein weiteres gelungenes Transformers-Abenteuer aufs Parkett zu legen. Von Beginn an entsteht das komische Gefühl, lediglich eine beschnitte Version des Vorgängers zu spielen, die sich optisch zudem um keinen Deut weiterentwickelt hat. Im Gegenteil: Statt eine abwechslungsreiche Welt zu gestalten, langweilt uns Transformers 3 mit oft sterilen Innenlevels und knackengen Röhrenparcours, in denen sich die riesigen Bots gerade mal so fortbewegen können. Etwa 80 Prozent der etwa fünf Stunden Spielzeit stolzieren wir durch sehr schmale Korridore, das Missionsdesign ist linearer als der Lichtstrahl eines Laserpointers.


Abwechslung gibt es eher selten, wenn wir beispielsweise den Fahrzeugmodus benutzen, um längere Tunnelabschnitte hinter uns zu bringen oder gar Rennen gegen die Zeit zu gewinnen. Aufgrund der sehr schwammigen und unpräzisen Steuerung kommt in diesen Passagen aber keinerlei Spaß auf, vielmehr nervt das aufgesetzte Gefahre, weil Handling und unübersichtliche Kameraführung häufige Karambolagen mit den Wänden provozieren. Wenig spannend inszenierte man auch eine Schleichmission, in der ihr in der metallischen Haut von “Mirage” auf eure Waffen verzichten müsst und allein mithilfe des Tarnmechanismus (und der Nahkampftalente) an den feindlichen Wächtern vorbei spazieren.

Spielerischen Tiefgang sucht ihr leider mit der Lupe. Nur selten seid ihr mit anderen Dingen beschäftigt, als in Third-Person-Perspektive durch die detailarmen Gänge zu latschen, respektive zu fahren, und eine gegnerische Welle nach der nächsten abzumurksen. Wenn ihr etwa mit Starscream ein Kapitel lang die Lüfte unsicher macht oder wenn ihr in Form von Laserbeak feindliches Territorium infiltriert, verströmt das Spiel tatsächlich so etwas wie Kreativität. Leider kommen wir viel zu selten in den Genuss solcher Episoden. Meist wiederholen sich Geschehen und Aufgaben immer und immer wieder, bis es euch zu den Ohren raushängt. Selbst die Endboss-Fights arrangierte man super-billig und bis auf das allerletzte Duell stellen sie auch überhaupt keine Herausforderung dar.


Das Ganze ist auch deshalb so traurig, weil es eben den überzeugenden Vorgänger gibt. Durftet ihr euch damals im Koop-Modus mit drei Kumpels durch das Abenteuer ballern und jeder eine andere Figur (mit unterschiedlichen Aufgaben) übernehmen, seid ihr jetzt auf euch allein gestellt. Den kooperativen Anteil strich Entwickler High Moon genauso aus dem Vergnügungsprogramm, wie die Charakter-Auswahl vor jedem der sieben Kapitel. Statt euch die Wahl über das gespielte Alter Ego zu überlassen, wirft euch Transformers 3 direkt in die Missionen – egal ob ihr nun als Autobot oder Decepticon an den Start geht.

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