Underworld: Awakening“ ist Film Nummer 4 der Reihe und bringt Hauptdarstellerin Kate Beckinsale zurück, die in Teil 3, „Underworld – Aufstand der Lykaner“, lediglich in Cameo-Länge durchs Geschehen huschte. Als weitere erwähnenswerte Fortschritte sind der 3D-Zusatz im Titel zu erwähnen, sowie die Anhebung des Produktionsbudgets – was die ansonsten erwartungsgemäß ablaufenden Geschehnisse mit dem gewissen Extrabums versieht.

In Sachen Handlung gibt es auch etwas Neues zu entdecken, nämlich die nun offene Konfrontation der Werwölfe und Vampire mit den sie umgebenden Menschen, die aber nach dem drastischen Prolog schon bald wieder in den Hintergrund tritt. In den Vordergrund dafür kommt erneut die Latexkluft von Kate Beckinsale, die ihre Hybrid-Tochter beschützen und dafür allerlei Monster und menschliches Gewürm über den Haufen blasen muss. In Zeitlupe. Und mit einer spektakulären Mischung aus tödlicher Akrobatik und ikonischem Herumgepose.

„Underworld: Awakening“ ist über weite Strecken „business as usual“, was z.B. ausufernde Blaufilter, ein Videogame-iges Actionverständnis und, ähem, reduziertes Schauspiel bedeutet. Kate Beckinsale ist kaum mehr als eine comichafte Wichsvorlage, die karge Sätze wie „I'm not good at feelings“ absondert und nur deswegen nicht mit Milla Jovovich verwechselt wird, weil die „Resident Evil“-Filme eine weiter gefasste Farbpalette bieten. Wir posen, also sind wir...süße Gamer-Fantasien inmitten polierter Horror- und Actionzitate.

Fazit
„Underworld: Awakening“ ist ein Arbeitsfilm, der sich weitgehend damit begnügt, die erwarteten Reize abzuhaken. Natürlich könnte man das stylishe Treiben auch mit neuen Ideen oder gar inhaltlicher Spannung aufpeppen, doch inmitten dieser pixeligen Comicwelt, wo alles, wirklich alles auf „neu“ zusammengewürfelte Versatzstücke hinausläuft, würde das einer riskanten Palastrevolution gleichkommen. Never change a winning team. So lange die „Underworld“-Filme Kohle machen, wird die blaue Kuh weiter gemolken werden.

Das muss aber nicht unbedingt etwas Schlechtes sein, zumindest wenn man ein Fan der Reihe ist und hier einen klaren Aufstieg gegenüber Teil 3 feststellen kann. Das schwedische Regieduo namens Mans Marlind und Bjorn Stein macht seine Sache innerhalb der markierten Grenzen gut und bietet schnellen B-Krach mit viel Action, sinnlosen 3D-Effekten und einem selbstverständlich offenen Ende. Bei „Underworld: Awakening“ weiß man einfach was man hat: ein ungeliebtes Sequel ohne Ambitionen oder Ausfälle. Das ideale Gesamtpaket für einen geselligen Multiplex-Abend.

Wertung: 6/10



Regie: Mans Marlind, Bjorn Stein
Darsteller: Kate Beckinsale, Stephen Rea, Michael Ealy
USA/2012
Start: 2.2.2012