Zeugin der Anklage

Beschreibung

„Zeugin der Anklage“ ist ein US-amerikanischer Spielfilm des Regisseurs Billy Wilder aus dem Jahr 1957. Der in London spielende Gerichtskrimi ist eine Adaption des gleichnamigen Theaterstücks der Schriftstellerin Agatha Christie aus dem Jahr 1953. Der Film errang 1958 sechs Oscar-Nominierungen und wurde 2008 vom American Film Institute in seine Liste der „besten Gerichtsdramen aller Zeiten“ aufgenommen.

„Zeugin der Anklage“ gehört heute zu den absoluten Klassikern von Billy Wilder und war seinerseits eine Revolution in seinem Genre. Wilder hat die Geschichte um einen engagierten Anwalt, der an die Unschuld seines wegen Mordes angeklagten Mandanten glaubt und dabei auf dessen zwielichtige Ehefrau – die besagte Zeugin der Anklage- trifft, mit viel Witz inszeniert. Die durch die Strafprozeßordnung vorgegebene Dramaturgie der Wahrheitsfindung wird hierbei in einer nie wieder erreichten Brillanz zum Anlaß eines Verwirrspiels, bei dem einerseits bis zuletzt unklar bleibt, wer falsch spielt, andererseits der Zuschauer aber so präzise gezeichnete Figuren findet, dass man fast meint, neben den Protagonisten im Gerichtssaal mitzufiebern.

Der sonst auf beschwingte Komödien spezialisierte Wilder lässt den Zuschauer dabei so geschickt durch die Abgründe der Seelen seiner Protagonisten schreiten, dass der Film auch beim wiederholten Ansehen, wenn nun die Auflösung schon längst bekannt ist, nichts von seiner Wirkung verliert. „Zeugin der Anklage“ mag aus formaler Sicht eher konventionell sein, doch aus inhaltlicher Warte geht es so modern, skurril, ironisch, intelligent und spannend zu, dass das Gros der aktuellen Drehbuchschreiber eigentlich sofort Harakiri begehen sollten. O-Ton Agatha Christie: „Alles, was ich an Verfilmungen meiner Werke gesehen habe, fand ich ausgesprochen scheußlich – bis auf „Zeugin der Anklage“ von Billy Wilder.“

In den Hauptrollen spielen Charles Laughton und Marlene Dietrich.


von

Genres: Drama
Kommentare
Anzeige
GIGA Marktplatz