Chrome inkognito: Wie anonym ist man wirklich?

Marco Kratzenberg
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Wer sich ins Internet begibt, hinterlässt darin Spuren. Und das auch auf dem eigenen PC. Gegen diese verräterischen, digitalen Brotkrumen gibt es bei Google Chrome einen Inkognito-Modus. Doch was versteckt der wirklich?

Chrome inkognito: Wie anonym ist man wirklich?

Während einer Internetsitzung speichern alle Browser eine Fülle von Daten und Dateien. Selbst ohne Hilfsprogramme kann jeder herausbekommen, wo die Person vor ihm in Internet war und im schlimmsten Fall sogar unter ihrem Namen in Webseiten einloggen. Zwar kann man so etwas verhindern, wenn man den Browser richtig einstellt, doch wenn man auf Nummer sicher gehen will, dann sollte man den Inkognito-Modus nutzen.

Was tut der Chrome Inkognito-Modus?

Vor der Frage, was der Inkognito-Modus von Coogle Chrome tut, sollte man vielleicht fragen, was er nicht tut. Er ist nämlich nicht dazu da, uns im Internet zu verstecken. Webseiten werden in ihren Statistiken weiterhin alles aufzeichnen, was wir tun, woher wir kommen, welchen Browser wir benutzen und mit welcher IP-Adresse wir gekommen sind. Unser Provider wird ebenfalls aufzeichnen, was wir getan haben, wann wir es getan haben und wie lange. Der Chrome Inkognito-Modus schützt uns also nicht davor, unsere Spuren überall im Internet zu verteilen. Doch wozu ist er dann eigentlich da?

Wenn wir einen Browser benutzen, dann speichert dieser laufend Dateien auf die Festplatte. Das tut er natürlich nicht aus Datensammelwut, sondern dieses Speichern soll unserer Bequemlichkeit dienen oder ist nötig, um manche Webseiten überhaupt benutzen zu können. So sind  beispielsweise für fast jedes Login einer passwortgeschützen Seite sogenannte Cookies notwendig. Sie stellen eine Art Ausweis dar, den wir während des Aufenthaltes auf der Seite die ganze Zeit in der Hand halten müssen. Der Browser speichert diese Datei auf der Festplatte und die Webseite fragt regelmäßig danach. Sind die Cookies nicht mehr da, erkennt uns die Seite nicht und wirft uns raus. Das dient der Sicherheit. Dieser Ausweis kann sich allerdings als Problem erweisen, wenn er auf der Festplatte bleibt und danach jemand dieselbe Webseite nutzt. Er wird anhand des “Ausweis-Cookies” erkannt und so kann sich ein fremder im persönlichen Bereich einer Seite tummeln.

Das kann peinlich sein. Das kann verräterisch sein. Das ist unnötig. Ebenfalls problematisch sind der Browserverlauf sowie die ganzen zwischengespeicherten Dateien im Browsercache. Wie ein roter Faden zieht sich unsere Spur durch den Verlauf und wer sich den Cache genauer anguckt, kann dort sogar sehen, welche Seiten bzw. Bilder ich mir angeguckt habe.

Doch zum Glück gibt es den Inkognito-Modus. Vor den Aufzeichnungen der besuchten Seiten schützt er mich, wie gesagt, nicht. Doch er schützt mich vor der Aufzeichnung meiner Surftour auf dem PC. Einmal aktiviert, funktioniert alles fast genauso wie immer. Nur speichert der Browser nichts mehr auf der Festplatte. Zwar nimmt er brav weiter alle Cookies an, führt JavaScript aus und zeigt uns die Seiten ohne Probleme, doch legt er nichts davon auf der Festplatte ab. Und auch der Browserverlauf wird nicht gespeichert. Der Chrome Inkognito-Modus nutzt den Hauptspeicher für diese Aktionen und sobald das Browserfenster geschlossen wird, “vergisst” Chrome sofort alles.

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Den versteckten Chrome Inkognito-Modus aktivieren

Der Chrome Inkognito-Modus wird wahlweise über den Tastenschlüssel Strg – Umschalttaste – N aktiviert, oder über das Menü (Neues Inkognito-Fenster). In jedem Fall wird kein weiterer Chrome-Tab geöffnet, sondern immer ein komplett neues Browserfenster. Das sollte man bedenken, um nicht versehentlich Eingaben im falschen Fenster zu machen und doch Spuren zu hinterlassen.

Im Inkognito-Modus deaktiviert Chrome übrigens alle Erweiterungen. Diese speichern ja teilweise ihrerseits Daten ab und können so verraten, wo wir gewesen sind. Nutzt man allerdings einige Erweiterungen aus Sicherheitsgründen oder um bestimmte Webseiten überhaupt richtig nutzen zu können, dann sind sie notwendig. Aus diesem Grund kann man jede Erweiterung einzeln in den Einstellungen auch für den Inkognito-Modus aktivieren. Im normalen Alltag sollte das auch kein Problem darstellen. Es ist nicht einfach, die gespeicherten Daten von Erweiterungen auszuwerten. Doch arbeitet man beispielsweise für eine Firma, die jegliche private Internetnutzung verbietet, dann sollte man lieber auf Nummer sicher gehen. Den Inkognito-Modus gibt es übrigens nicht nur für Chrome, sondern für jeden der großen Webbrowser.

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