Google Glass: Fluch oder Segen? Bald auch für Twitter, Facebook & Co.

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So, jetzt wird also schon mit Hilfe der Google Glass getwittert. Faszinierend. Und irgendwie auch ein wenig verstörend.

Google Glass: Fluch oder Segen? Bald auch für Twitter, Facebook & Co.

Google Glass wird, sobald das gute Stück denn marktreif ist, höchstwahrscheinlich eine krasse Änderung für unseren Umgang mit Technologie und der Interaktion auf sozialen Netzwerken erwirken. Während wir heute noch unser Smartphone zücken müssen, um ein Foto zu schießen, dass dann auf Twitter, Facebook & Co. geteilt wird, genügt in der Zukunft vielleicht ein Augenzwinkern und ein Sprachbefehl, schon geht das Bild instantan auf die Reise durchs Internet.

Das erste Bild solcher Art hat es gerade geschafft, genau das zu tun: Der Twitter-Nutzer @TestGlass, der offensichtlich ein Entwickler-Modell der Google Glass besitzt, hat heute ein Foto auf Twitter geteilt dass er unterwegs mit der Google Glass geschossen hat. Und zwar ohne seine Hände dabei zu benutzen. Ja, es handelt sich dabei “nur” um ein Foto von seinem Blick auf sein Fahrrad, wenn man sich aber überlegt, was diese unmittelbare Übertragung von Bildmaterial für die Berichterstattung bedeuten kann, wird einem fast schwindelig. Die großen Nachrichtenagenturen – aber natürlich auch jede Privatperson, die im Besitz der Google Glass ist – wird die Möglichkeit haben, wirklich jeden Moment (vorausgesetzt die Brille funktioniert einwandfrei und eine Verbindung zum Internet besteht) festzuhalten und diesen sofort zu teilen.

Google-Glass-Twitter

Die Idee dieser möglichen unmittelbaren Anteilnahme finde ich einerseits ziemlich aufregend, andererseits erschreckt sie mich auch. Vielleicht bin ich da ein wenig altmodisch, aber ich finde, dass viele Dinge einfach nicht geteilt werden müssen, ja, nicht geteilt werden sollten. Natürlich bin ich selbst auch auf Twitter und auf Facebook unterwegs, allerdings versuche ich auch dort schon nur sehr ausgewählte Inhalte zu teilen, die vor allem nicht zu privat sein sollen. Das gelingt jetzt schon nicht immer, mit Google Glass wird die Versuchung vielleicht noch viel größer.

Vor 10 Jahren hätten wahrscheinlich die wenigsten Personen daran gedacht, wildfremden “Freunden” im Internet Fotos von ihren Babys, von ihrer Hochzeit, ihrem Urlaub und  ihrem Alltag zu zeigen. Aber das hat sich radikal geändert. Google Glass ist dabei also eigentlich nur der nächste große, noch intimere Schritt.

Das Bedürfnis, jeden noch so unspektakulären Moment zu teilen, kann ich kaum nachvollziehen,  glücklicherweise kann aber jeder ja entscheiden, was er wann mit wem teilt. Noch. Denn ich bin mir sicher: Spätestens wenn die Google Glass draußen ist, wird es auch einen Hack geben, mit dem man auf die Brille von anderen zugreifen können wird. Warum sollte auch nicht jemand versuchen, eine Google Glass zu kapern, wenn es da etwas “Interessantes” zu sehen gibt? Im Bereich der Webcams ist das ja auch schon oft genug passiert. Natürlich wäre das auch die Ausnahme, aber ganz ehrlich: Ich wollte nicht zu dieser Ausnahme zählen.

Ich will aber gar nichts schwarzmalen, wie gesagt finde ich Google Glass ja auch aufregend. Ich halte das Produkt allerdings für ein Gerät, bei dem man sich wirklich darüber bewusst werden sollte, was für ein mächtiges Werkzeug es eigentlich darstellt und wie dieses auch nach einer Gewöhnungsphase durchaus in die Privatsphäre eingreifen kann, einfach weil es “normal” wird.

Derzeit sitzen die Entwickler , die bereits in den Geschmack von Googles intelligenter Brille gekommen sind, an der Entwicklung von Apps für Facebook, Twitter und Evernote, die dann mit der Google Glass genutzt werden. Irgendwie ganz schön aufregend, die ganze Sache.

Artikelbild: tv tropes

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