Sex mit Google Glass: Glance, die vielleicht dümmste Sex-App bisher (+Kommentar)

Kamal Nicholas
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Wenn man sich anschaut, was derzeit alles für Google Glass entwickelt wird, muss man sich fragen, ob die ganze Sache wirklich eine so gute Erfindung ist. Das neueste Beiwerk ist eine App namens „Glance“, die bei der Selbstbeobachtung des eigenen Sexlebens behilflich sein soll. Na, wenn's sein muss.

Sex mit Google Glass: Glance, die vielleicht dümmste Sex-App bisher (+Kommentar)

Vor kurzem erst habe ich einen etwas hämischen Artikel über die Gesichtserkennungs-App „NameTag“ geschrieben, was auch dafür gesorgt hat, dass mir ein Schlechtmachen der Google Glass nachgesagt wurde. Wahrscheinlich sorgt der folgende hämische Artikel über die App „Glance“ noch weiter dafür, dass meine Meinung hinsichtlich der Google Glass als „Anti-Glass“ aufgenommen wird. Aber dann sei es so.

Ganz ehrlich: Eine App wie „Glance“ ist so ziemlich das Blödeste, was ich mir für die intelligente Brille vorstellen kann. Und so langsam muss ich mich fragen, was die Glass eigentlich so wirklich Gutes zu bieten haben wird, außer das man noch mehr zu jeder Zeit ins Internet gehen kann, um irgendwelche belanglosen Informationen über irgendjemanden oder irgendetwas abzurufen, die man eigentlich auch größer und vor allem besser auf seinem Smartphone oder Tablet sehen könnte.

Aber zurück zu „Glance“ (ich will Google Glass ja nicht schlecht machen, vielleicht wird das ja irgendwann doch noch mal richtig gut). Die App „Glance“ ermöglicht es, dass ihr euch selbst beim Geschlechtsverkehr (ekliges Wort) zuschauen könnt. Dies wird dadurch ermöglicht, dass die beim Sex beteiligten Personen einen Live-Feed der Sicht des anderen auf ihre Brille übertragen bekommen. Voraussetzung ist demnach, dass beide Beteiligten eine Google Glass tragen. Also ich als Mann würde dann auf meiner Glass sehen, wie meine Frau unter (oder über) mir mich sieht. Wow.

Glance1

Das finde ich mehr als verstörend, denn ich selbst fände es schon komisch, mich beim Sex im Spiegel zu beobachten, was aber natürlich Geschmackssache ist. Was ich an Glance aber so dämlich finde ist, dass es beim Sex plötzlich eigentlich gar nicht mehr darum geht, dass man seinen Partner beglücken will, sondern dass man sich auf einmal nur noch mit sich beschäftigt. Selbstbefriedigung 2.0 sozusagen.

Zusätzlich kann noch ein dritter Live-Feed angezeigt werden, zum Beispiel durch ein Smartphone, welches das intime Geschehen aus einer dritten Perspektive filmt und das man sich dann während der ganzen Sache anschauen kann. Und wenn man nach der Nummer dann noch einmal sehen will, wie man so „performed“ hat, kann man sich die Aufzeichnung 5 Stunden lang anschauen, bevor sie automatisch gelöscht wird. Insgesamt klingt mir das zu sehr nach Narzissmus, und was mit Narziss passiert ist, wissen ja vielleicht einige von euch.

Aber „Glance“ kann noch mehr: So kann mittels Sprachbefehlen z.B. Musik abgespielt werde („Okay Glass, play Marvin Gaye) oder aber man kann sich Praxistipps aufrufen, die man dann gleich umsetzen kann („Okay Glass, give me ideas).

Glance 2

Für mich persönlich wäre es so ziemlich das Letzte, beim Sex meiner Freundin zu sagen, dass wir doch mal schnell unsere Google Glass aufziehen sollen, damit unser Liebesspiel aufregender wird. Wahrscheinlich riskiere ich mit einer solchen Aussage nun, als prüde dazustehen, mir geht es aber vielmehr darum, dass ich mich in der Sexualität mit meinem Partner auch wirklich gerne auf diesen konzentrieren will, anstatt auf mich. Das ist aber nur meine persönliche Meinung und selbstverständlich will ich niemanden verurteilen, wenn er Google Glass und eine App Sex With Glass dazu nutzen will, sein Sexleben etwas spannender zu machen. Das kann wirklich jeder machen, wie er will.

Ach ja, und falls das irgendwie an euch vorbei gegangen sein sollte. Die Pornodarsteller James Deen und Andy San Dimas haben bereits einen ersten „Erotikfilm“ mit Google Glass gedreht, der zeigt, wie bescheuert die ganze Sache aussieht und dass es dabei zu sehr unterhaltsamen Unterbrechungen kommen kann. Und keine Sorge, nackt ist dabei keiner.

Zur App selbst: Glance wurde während eines Tech-Hackathons in London entwickelt und ist bisher ein definitiv einzigartiges Experiment. Wahrscheinlich geht es dabei auch vielmehr um das Ausprobieren von Möglichkeiten, die durch ein gerät wie Google Glass entstehen, denn einen wirklich populären Einsatz einer solchen App sehe ich beim besten Willen nicht.

Quelle: Glance via GoogleWatchBlog, The VergePando

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