Apple und der Lightning-Chip: Wenig iPhone-Zubehör wegen strenger Vorschriften

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Warum gibt es eigentlich noch so wenig Lightning-Zubehör für das iPhone 5 und neue iPads? Es liegt wohl an den strengen Vorschriften von Apple. Die setzt der iPhone-Hersteller mit einem Trick durch. Ein Zubehörhersteller plauderte dazu jetzt ein paar Details aus.

Apple und der Lightning-Chip: Wenig iPhone-Zubehör wegen strenger Vorschriften

Mit dem iPhone 5 ersetzte Apple den 30-Pin-Anschluss gegen den Lightning-Anschluss. Er ist kleiner, praktischer und flexibler in der Pin-Belegung. Keine Frage, der Wechsel war notwendig.

Die New York Times fragt sich auf ihrem Blog, warum es aber noch so wenig Zubehör gibt, sprich: Sounddocks, Akkus, TV-Stecker, Fieberthermometer und viele weitere kreative Ideen, die für das iPhone 4, iPad 2 und Co umgesetzt wurden. Der Hauptgrund ist wohl das strenge „Made for...“-Programm („MFi“): Zubehörhersteller müssen ihre Produkte, die Lightning verwenden, zertifizieren.

MFi-Programm: Warum verlangt Apple die Zertifizierung?

Schauen wir uns zunächst an, warum Apple das MFi-Programm durchführt:

  • Offiziell bewirbt es Apple, dass Hersteller darüber Hardware-Komponenten, Werkzeuge, Dokumentationen, Support und die Zertifizierungs-Logos erhalten.
  • Käufer können sich sicher sein, dass die MFi-Produkte die technischen Spezifikationen von Apple einhalten. Inkompatibilität oder Beschädigungen sind (so gut wie) ausgeschlossen.
  • Böse Zungen behaupten, Apple will einfach nur Geld über die Lizenzierungsgebühren einnehmen. In der Tat lässt sich Apple die „Made for...“-Plaketten gut bezahlen. Dass die Gebühren 20 bis 25 Prozent des Umsatzes der Produkte darstellen, erscheint aber etwas übertrieben.
  • Mittlerweile geht das Programm so weit, dass sogar die Arbeitsbedingungen in der Herstellung einbezogen werden. Apple stellt die selben Anforderungen an die Zubehörhersteller, die das MFi-Logo möchten, wie an seine eigenen Zulieferer. Gut, Foxconn ist nicht unbedingt bekannt für seine humanen Arbeitsbedingungen. Zumindest ist aber schon mal ein Mindeststandard festgelegt.
  • Kommen wir zurück auf die New York Times, sie vermutet: Für Zubehörhersteller soll es durch das Programm schwieriger sein, billiges, Lightning-kompatibles iPhone-Zubehör herstellen. Es könnte nämlich die Marke „iPhone“ beschädigen. Alle Produkte im Apple Store seien streng geprüft. „Das ist etwas, das Apple gut kann“, findet Ross Howe vom Zubehörhersteller Mophie, „nämlich das Nutzererlebnis von einem bis zum anderen Ende zu kontrollieren.“

Wie schafft es Apple, die MFi-Vorschriften durchzusetzen?

Was unternimmt Apple, um Billigbauten vom Markt zu halten? Nun, da wäre zum einen der Gerichtsweg. Denn wer Lightning verwendet, verwendet Apple-Patente.

Asiatische Hersteller kümmert die rechtliche Situation aber oft wenig, deshalb hat Apple sich einen Trick überlegt: Hersteller bekommen von Apple eine Komponente für den Lightning-Anschluss, erklärt Howe von Mophie der New York Times. Diese Komponente enthält einen Chip mit einer seriellen Nummer – für jedes Unternehmen eine eigene. Der Chip kommuniziert mit dem iPhone, und somit kann das Smartphone das Zubehör erkennen.

Theoretisch könne die Komponente nachgebaut werden, erklärt Howe. Sie würde dann aber wahrscheinlich nicht so gut arbeiten, wie eine von Apple. Außerdem: Mit Software-Updates könne Apple die Anbindung von nicht lizenzierten Produkten sogar verhindern.

Ein weiterer Grund für das schleppende Erscheinen von Lightning-Zubehör: Apple hat die Spezifikationen zu der neuen Schnittstelle erst sehr spät veröffentlicht, sagte Andy Fuchs von Elgato im GIGA-Interview.

Fazit: Apple und sein “Made for...”-Programm

Unterschiedlichstes Lightning-Zubehör wird noch zu genüge auf den Markt kommen – das ist sicher. Schließlich haben die neuen i-Produkte (fast) alle den Anschluss verbaut und verkaufen sich sehr gut. Man könnte meinen, das „Made for...“-Programm von Apple verzögere nur die Veröffentlichung neuer Produkte und mache sie teuer. Aber: Wer Wert auf Qualität legt, für den punkten die Qualitätsstandards, die hiermit durchgesetzt werden.
Von lizenzfreien Produkten ist generell zunächst einmal abzuraten.

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