Erste Tests zur Apple Watch Series 3: Höheres Arbeitstempo, mäßiges LTE

Sebastian Trepesch
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Die ersten Tests der Apple Watch Series 3 sind da und beleuchten die Neuerungen der Uhr. Ist es Apple gelungen, der Smartwatch einen nennenswerten Fortschritt zu verpassen? Unsere Zusammenfassung:

Erste Tests zur Apple Watch Series 3: Höheres Arbeitstempo, mäßiges LTE

Äußerlich hat sich fast nichts geändert – die Apple Watch Series 3 ist im Vergleich zum Vorgänger ein klein wenig dicker geworden, im Prinzip entspricht das Design aber dem Bekannten.

Das gilt auch für viele Hardware-Details. So kann man die Tests der Series 3 an denen der Series 2 aufhängen (wohlgemerkt aber nicht an der ersten Generation, die zum Veröffentlichungszeitpunkt in Hardware und Software nicht mehr mit den jetzigen Uhren mithalten kann). Im Test der Apple Watch Series 2 waren wir schon sehr angetan – allen voran vom Display, der Verarbeitung, aber auch (mit kleineren Abstrichen) von Ergonomie und Ausstattung, mit GPS, Spritzwasserschutz und einigem mehr. Mittelmäßig bewerteten wir allerdings den Akku.

Was gibt es nun Neues? Zunächst die Uhr in unserem Hands-On:

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LTE-Verbindung der Apple Watch Series 3 im Test

Die Apple Watch Series 3 bietet erstmals eine LTE-Anbindung. Dies ist das wichtigste neue Feature der Apple Watch Series 3, Apple hat hierfür technische Kniffe anwenden müssen, wie: Das Display wird gleichzeitig zur Mobilfunkantenne. Um diese Funktion nutzen zu können, ist allerdings zwingend ein Telekom-Tarif mit Multi-SIM notwendig (auch wenn keine SIM-Karte eingelegt wird). Dieser Tarif muss auch auf dem iPhone verwendet werden. Eine Verbindung im Ausland ist nicht möglich.

Einschränkungen über Einschränkungen.

Wie gut oder schlecht hierzulande die LTE-Anbindung funktioniert, bewerten die deutschen Magazine, die die Uhr schon testen konnten, leider nur kurz oder gar nicht – vielleicht fehlte ja der passende Mobilfunktarif? Jeder Kunde sollte sich vorher überlegen, ob er die Cellular-Option überhaupt nutzen kann.

Im Gegensatz zu FAZ und Spiegel nennt der Stern ein paar Testergebnisse:

  • Die Konfiguration des Mobilfunks der Apple Watch ist „kinderleicht“, vom Mobilfunkanbieter bekommt man einen QR-Code, den man in der iPhone-App scannt.
  • Bis die Uhr mit dem Mobilfunknetz verbunden ist, dauert es ein paar Sekunden (die Verbindung erfolgt nur dann, wenn das iPhone nicht mehr erreichbar ist).
  • Die Apple Watch ist über die selbe Telefonnummer erreichbar, auch wenn das Telefon ausgeschaltet ist.
  • Das Mikrofon ist gut genug, dass der Gesprächspartner nicht erkennt, ob iPhone oder Apple Watch genutzt wird.

Aus den USA weht ein strengerer Wind: The Verge klagte ausdauernd über Konnektivitätsprobleme über Mobilfunk in Verbindung mit dem amerikanischen Mobilfunkanbieter AT&T. Statt magische Momente stellte sich eher Enttäuschung ein: Mit den Textnachrichten und Siri lief es laut dem Test nicht so recht auf Anhieb, der Wechsel von WLAN auf LTE stotterte. Die Möglichkeit, Apple Music direkt aus dem Netz auf die Uhr zu streamen, bietet Apple übrigens noch gar nicht an.

Klappt es dann doch mit dem Mobilfunknetz, leert sich der Akku ratzfatz. Das bemerkte The Verge, aber auch die offizielle Angabe von Apple nennt selbst nur eine Stunde Nutzungsdauer.

 watchOS 4 und weitere Aussagen zur Apple Watch 3

Das neue Feature scheint also (vorerst) durchgefallen zu sein. Positives gibt es dagegen in anderen Bereichen zu vermelden:

  • watchOS 4 inklusive der neuen Zifferblätter loben zahlreiche Tester, The Independet spricht zum Beispiel von einem deutlich verbessertem Interface. In den Genuss dieses Systems kommen ja aber auch die Besitzer der älteren Apple Watches.
  • Der Prozessor beschleunigt laut FAZ das Arbeitstempo der Smartwatch merklich und ...
  • ... die Audioqualität des kleinen Uhrenlautsprechers sei deutlich gestiegen.
  • Die Apple Watch ist eine Ergänzung zu anderen Gadgets, anstatt sie zu ersetzen, meint der Spiegel zusammenfassend.


Fazit: Die ersten Tests zur Apple Watch Series 3 klingen positiv, kein Wunder: Apple verbessert etwas, das sich mittlerweile bewährt hat. In Sachen Cellular-Ausführung muss der Hersteller aber offensichtlich noch nachjustieren. Vorerst dürfte diese Ausführung – schon alleine wegen des beschränkten Tarifangebots – noch eine Minderheit interessieren. Ohne LTE-Option gibt es die Apple Watch Series 3 günstiger.