Elgato Thunderbolt SSD: Testbericht

|
|

Thunderbolt-Festplatten sind derzeit noch relativ selten anzutreffen. Eines der wenigen, verfügbaren Modelle stammt von Elgato. Der Spezialist in Sachen TV-Empfang auf Mac, iPhone und iPad, stellt mit der „Thunderbolt SSD“ sein erstes Massenspeicher-Produkt vor. Glückt die Premiere?

Elgato Thunderbolt SSD: Testbericht

Überblick: Elgato Thunderbolt SSD

Der Kunde hat die Wahl zwischen einer Thunderbolt-Festplatte mit und einer größeren Variante mit – verbaut wird jeweils eine SSD im 2,5-Zoll-Standardformat. Wir hatten die Möglichkeit, das Einstiegsmodell mit geringerer Kapazität zu testen.

Im Lieferumfang befindet sich allein die Thunderbolt SSD. Treiber sind selbstredend nicht notwendig. Unentbehrlich dagegen ist das passende Thunderbolt-Kabel, was leider nicht mitgeliefert wird. Der Kunde muss also zwangsweise zur Apple-Strippe (circa 50 Euro) greifen, oder aber er wählt das passende (circa 60 Euro). Dieses ist mit 0,5 Meter recht kurz, für eine mobile Platte wie die Elgato Thunderbolt SSD aber besser geeignet als die Apple-Langversion mit zwei Meter.

Hintergrund: Nach uns vorliegenden Informationen aus vertrauenswürdigen Quellen ist es den Lizenznehmern untersagt, passende Kabel in einem Paket zusammen mit Thunderbolt-Peripherie zu verkaufen. Für Händler gilt diese Einschränkung natürlich nicht, allein nur für Produzenten. Ein Umstand, der die Verbreitung von Thunderbolt unserer Meinung nach unnötig erschwert.

Die Elgato Thunderbolt SSD verfügt nur über einen einzigen Thunderbolt-Anschluss. Andere Geräte können demnach nicht durchgeschleift werden, die Platte muss sich so immer an Ende einer Thunderbolt-Kette befinden. In der Praxis bedeutet dies zum Beispiel, dass der Anwender sich oftmals zwischen dem Anschluss eines Displays oder der Thunderbolt SSD entscheiden muss. Es sei denn, er besitzt ein Thunderbolt-Display von Apple oder aber den größeren iMac mit zwei Thunderbolt-Anschlüssen. Doch warum verzichtet Elgato auf die Beigabe eines zweiten Ports?

Für den Betrieb der Elgato Thunderbolt SSD ist kein Netzteil notwendig, die Stromversorgung erfolgt komplett über Thunderbolt. Leider ist in diesem Falle die Stromaufnahme auf 10 Watt beschränkt – ein Großteil wird aber schon durch die aktiven Kabel verbraucht, der Rest entfällt auf die SSD. Für weitere Gerätschaften sind keine Energiereserven mehr vorhanden. Schade: Ein optionales Netzteil würde die Problematik auflösen, leider entschied sich der Hersteller dagegen.

Das Metallgehäuse der Elgato Thunderbolt SSD ist dagegen sehr sauber und hochwertig verarbeitet und hinterlässt keinen billigen Eindruck. Im Betrieb wird die Platte jedoch sichtlich warm, verrichtet dafür aber absolut geräuschlos ihre Arbeit. Erwähnenswert: Natürlich lässt sich eine solche Thunderbolt-Festplatte auch als Startvolume wählen.

Reingeschaut: SSD von SanDisk mit SATA II

Bevor wir den wichtigen Performance-Test vornehmen, werfen wir zunächst einen Blick ins Innere der Elgato Thunderbolt SSD. Achtung: Kunden sollten während der Garantiezeit hiervon Abstand nehmen, sonst erlischt diese. Um das Gehäuse zu öffnen, müssen auf der Unterseite vorderhand vier Inbus-Schrauben gelöst werden. Eine davon ist verplombt, so kann der Hersteller etwaige Manipulationen einfach nachweisen.

Wir erblicken eine SSD von SanDisk (Ultra-Serie) mit Sandforce-Controller und einen dezenten Hinweis zum Garantieverlust. Zu unserer Überraschung verbaut Elgato nur ein Modell nach SATA-II-Standard. SATA II erreicht eine Datenübertragungsrate von bis zu drei Gbit/s. Aktueller und schneller dagegen ist SATA III mit sechs Gbit/s. Zum Vergleich: Thunderbolt ist auf bis bis zu 10 Gbit/s ausgelegt, könnte demnach mit Leichtigkeit auch den höheren Übertragungsstandard verkraften. Warum entscheidet man sich dagegen?

Bildergalerie Elgato Thunderbolt SSD: Innenansichten

Grund ist der größere Energiehunger und die höhere Abwärme von derzeitigen SATA-III-SSDs. Allein 3,5 Watt verbleiben für den Betrieb der SSD, der Rest der maximal möglichen 10 Watt entfällt wie schon erwähnt auf die aktive Thunderbolt-Verkabelung der Elgato Thunderbolt SSD.

Aus diesem Grund rät der Hersteller generell dazu, auch keine alternativen Laufwerke in das Gehäuse einzubauen. Dennoch erprobten wir eine SSD aus der 320er Serie von Intel. Diese wurde korrekt erkannt. Allerdings lässt sich daraus noch kein Rückschluss für einen etwaigen Dauereinsatz ziehen.

Geschwindigkeitsvergleich: Flott unterwegs

Der Hersteller spricht von Transferraten von bis zu 270 MB/s. Unter AJA Systemtest konnten diese Werte nicht ganz erreicht werden – ausgewiesen wurden circa 237 MB/s (Schreiben) und 243 MB/s (Lesen), jeweils anhand einer Datei mit 512MB.

Anschaulicher dagegen unser Praxistest. Wir duplizierten eine Filmdatei (1,12GB) – jeweils in drei Durchgängen, um einen Mittelwert zu erhalten.

Wichtige Erkenntnisse: Ob intern über den SATA-Port des MacBook oder extern per Thunderbolt, die SSD von SandDisk erreichte annähernd mit etwas über 14 Sekunden denselben Wert. Die SSD eines MacBook Air und auch die SSD von Intel (per Thunderbolt) waren dagegen jeweils ein Stück schneller. Weit abgehangen mit fast 80 Sekunden eine USB-2.0-Festplatte von LaCie.

Vorteile:
+ gute Verarbeitung, hochwertiges Metallgehäuse
+ unkomplizierte Handhabung
+ kein Netzteil notwendig
+ absolut geräuschlos

Nachteile:
– kein Thunderbolt-Kabel im Lieferumfang
– kein zweiter Thunderbolt-Anschluss
– nur SATA-II-SSD verbaut

Fazit

Robust, sehr gut verarbeitet und hinreichend schnell. Die Elgato Thunderbolt SSD hinterlässt einen guten Gesamteindruck und empfiehlt sich für leistungshungrige Anwender, die vor allem mobil schnelle Massenspeicher benötigen. Die erwähnten Kritikpunkte liegen dagegen weniger in der Verantwortung des Herstellers. Sie sind vielmehr dem aktuellen Stand der Technik und der Thunderbolt-Technologie an sich geschuldet.

Ergo: Wer die volle Leistungsfähigkeit von Thunderbolt nutzen möchte, muss derzeit auf eine mobile Unterstützung verzichten und zwangsweise zu Modellen mit separaten Netzteilen greifen.

Alternativen

Elgato Thunderbolt SSD
Hersteller: Elgato
Abmessungen: 83 x 21 x 131 mm
Gewicht: 270 Gramm
Preis: circa (120GB), circa (240GB)

Das Testgerät wurde freundlicherweise von Elgato zur Verfügung gestellt.

Die Kollegen vom CyberBloc unternahmen ebenso einen Test der Elgato Thunderbolt SSD. Hier besonders von Interesse der Vergleich zu FireWire 800, den wir noch schuldig blieben.

Display beim iPhone kaputt? Kein Problem: Reparier es selbst mit dem GIGA & Fixxoo DIY-Set für die iPhone Display-Reparatur - schnell, einfach und preiswert!

Weitere Themen: Thunderbolt Festplatte


Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA APPLE

  • Yosemite auf einem Achtel der...

    Yosemite auf einem Achtel der Macs in...

    OS X 10.10 Yosemite wird ähnlich schnell angenommen wie sein Vorgänger: Rund eine Woche nach Veröffentlichung befindet sich Yosemite auf 12,8 Prozent... mehr

  • iPhone 6 Plus im Langzeittest:...

    iPhone 6 Plus im Langzeittest: Fazit

    Ob das große iPhone 6 Plus ein besseres iPhone ist und für welches der neuen Modelle man sich entscheiden sollte, erfahrt ihr in diesem Fazit zum Langzeittest... mehr

  • DiskMaker X

    DiskMaker X

    DiskMaker X (ehemals Lion DiskMaker) ermöglicht euch das Erstellen bootbarer Medien, mit denen ihr Mac OS X Lion, Mountain Lion sowie Mavericks installieren... mehr

Anzeige
GIGA Marktplatz