Das neue Fire TV von 2017 bietet 4K- und HDR-Unterstützung. So sollte es die günstige Alternative, den Fire TV Stick (siehe Test) doch locker schlagen können. Oder etwa nicht? In unserem Test haben wir herausgefunden, dass die Set-Top-Box einige Schwächen hat.

Fire TV 2017 im Test: Vorhang auf für eine mittelmäßige Vorstellung

Unser Testfazit zum Fire TV 2017

Das Fire TV bietet für Fernseher Zugänge zu vielen Inhalten und Diensten: Netflix, waipu, Zattoo, die Apps der Fernsehsender und allen voran natürlich: Amazon Video. Die Frage nach einer Anschaffung stellt sich in erster Linie nur denen, die mit der Leistung oder Oberfläche ihres Fernsehers unzufrieden sind. Oder unbedingt Alexa im Fernseher möchten.

Die Oberfläche ist ansprechend, die Angebotsauswahl reichlich und die Bedienung mit Alexa oft praktisch. Fire TV integriert sich angenehm unauffällig in das TV-Setup. Je nach Aufstellort und WLAN kann die Streaming-Leistung aber recht mittelmäßig ausfallen.

Prime-Kunden werden nicht gerade gebauchpinselt, sondern häufig zu kostenpflichtigen Filmen geschickt.

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Testwertung Fire TV 2017: 70 Prozent

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Eindrücke zu Fire TV 2017 und zur Bedienoberfläche hier in der Galerie:

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12 Bilder
Diese Features bietet Fire TV 2017

Fire TV 2017 im Test – das hat uns gefallen

  • Die neue Hardware hängt unauffällig hinten am Receiver oder Fernseher. Sie benötigt somit keinen Aufstellort und fängt (fast) keinen Staub ein.
  • Sprachassistent Alexa ist bei der Filmsuche hilfreich – und kann außerdem zum Beispiel Musik auf einem Echo starten oder smartes Licht dimmen. Hierfür ist über die WLAN- und Amazon-Anmeldung hinaus keine zusätzliche Einrichtung notwendig (Über einen Echo den TV zu starten, ist uns aber nicht gelungen.)
  • Die Oberfläche ist ansprechend, andere Dienste wie Netflix sind gut integriert und die Inhalte nicht erst innerhalb der App sichtbar.
  • Die Hardware arbeitet zügig.
  • Prime-Kunden können im Rahmen ihres Abos einige Serien und Filme in 4K und HDR kostenlos ansehen, das Full-HD-Angebot ist groß.
  • Der Preis ist für das Gebotene (4K, HDR, Sprachfernbedienung & Alexa) günstig – .

Das fanden wir nicht so gut:

  • Das Upskaling ist mittelmäßig, heißt: Je nach Fernseher können Full-HD-Filme (1080p) über den Fire TV Stick besser aussehen als über Fire TV.
  • Da das Fire TV direkt an den Fernseher oder Receiver gehängt wird, kann das Gerät in einem Wust von Kabeln verschwinden. Zusätzlich schirmt der TV ab, was die WLAN-Verbindung beeinträchtigen kann. Obwohl auch der Fire TV Stick direkt an einem HDMI-Port baumelt, zeigte der Stick bei uns das Bild schneller in Full-HD-Auflösung an als das Fire TV.
  • USB-, microSD- und Ethernet-Port hat Amazon gestrichen. (Immerhin: Ein spezieller .)
  • Der Gerätespeicher von 8 GB ist knapp bemessen: Ein paar Apps und Spiele installiert, und schon ist gerade mal ein Drittel noch frei.
  • Es ist schwierig, spezielle Prime-Inhalte zu finden: Abgesehen von Kategorien, die aber immer nach einem Kriterium gefiltert sind, sieht man erst in der Filmbeschreibung, ob man den Film als Prime-Kunde kostenlos sehen kann, ob er 4K-Auflösung bietet und ob er HDR unterstützt.
  • Wer von HDR-Inhalten im Rahmen eines Prime-Abos profitieren möchte, muss sich in erster Linie mit Amazon-Produktionen begnügen. Fast alle entsprechenden Kinoproduktionen sind offensichtlich kostenpflichtig. Und auch die 4K-Auswahl scheint recht beschränkt zu sein (und für Full-HD fährt man mit Fire TV Stick mindestens genauso gut).

Fire TV 2017 – gut zu wissen:

  • 4K-Unterstützung bot schon der Vorgänger, aber nur mit 30 Bildern statt jetzt 60 Bildern pro Sekunde. Die Unterstützung von HDR10 und Dolby Atmos/Digital Plus ist neu.
  • An Arbeitsspeicher (2 GB) und Datenspeicher (8 GB) hat Amazon nichts geändert, als Prozessor wird nun ein Amlogic S905z Quad-Core mit bis zu 1,5 GHz statt eines MediaTek Quad-Core bis 2 GHz eingesetzt.
  • Amazon empfiehlt für 4K-Videostreaming eine Internetverbindung mit einer Mindestleistung von 15 MBit/s, Netflix und YouTube mindestens 20 MBit/s.
  • Für weitere Eindrücke siehe unsere Bildergalerie zum Fire TV 2017.
  • Als Alternative bietet sich der günstige Fire TV Stick zumindest für die an, die keinen 4K-Fernseher besitzen. In einem Apple-Haushalt ist Apple TV 4K (siehe Test) eine gute Wahl. Ist der Smart TV nicht zu lahm, sollten die Funktionen des Fernsehers inklusive Amazon-Video-App ausreichen.

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