Fitbit Alta HR im Test: Fitnesstracker mit Pulsmessung

Miriam Kruszczynski
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Das Fitbit Alta HR ist ein Fitnessband und der Nachfolger der erfolgreichen Fitbit Alta – ohne HR. Die neue Version kann auch die Herzfrequenz messen, bleibt sonst aber beim Konzept und dem schmalen Formfaktor des Schwestermodells. Ob sich der Vermessungsdienstleister lohnt, erfahrt ihr im test zur Fitbit Alta HR.

Fitbit Alta HR im Test: Fitnesstracker mit Pulsmessung

Mit dem Alta HR nähert sich Fitbit einer Alleskönner-Lösung, ohne dabei auf ein größeres Wearable-Format zu wechseln. Wem die breitere Charge 2 schon zuviel des Guten ist, aber bei der Alta (ohne HR) einen Pulsmesser vermisst, für den könnte die Alta HR also genau die richtige Zwischenlösung sein. Das Fitness-Armband erinnert an die TomTom Touch (Testbericht), die uns allerdings nicht in allen Punkten überzeugen konnte. Fitbit bietet eine etwas gelungenere Lösung – ist aber auch nicht frei von Schwächen.

Fitbit Alta HR Spezifikationen: Technische Eigenschaften im Überblick

Zunächst ein Überblick über die kalten Daten.

  • OLED-Touch-Display
  • 7 Tage Akkulaufzeit; Ladezeit 1 bis 2 Stunden
  • Bluetooth 4.0
  • schweißresistent
  • Optischer Herzfrequenzmesser
  • 3-Achsen-Beschleunigungsmesser
  • Schrittzähler
  • Schlafüberwachung
  • Bewegungsmelder
  • automatische Sporterkennung
  • Benachrichtigungen bei SMS, Anruf und Kalendereinträgen per Vibration
  • Austauschbare Armbänder mit diversen verfügbaren Farben

Alternativen zur Fitbit Alta HR findet ihr unter den aktuell beliebtesten Fitnesstrackern:

Design des Fitbit Alta HR: Drei Größen, sechs Farben

Das Fitbit Alta HR wirkt wie eine Zwillingsschwester der Pulsmesser-losen Fitbit Alta. Das OLED-basierte Display zeigt Inhalte stromsparend in Weiß auf Schwarz an, andere Farben werden nicht dargestellt. Das Gerät in seiner Gänze ist schmal und formschön, das Display allerdings auch entsprechend klein. Der Korpus ragt nicht über die Breite des Armbands hinaus, das Gerät wirkt „aus einem Guss“. Allerdings ist der mit einer markanten Kante an der Seite ausgestattete Korpus recht tief. Gerade an schmalen Händen wirkt der auf dem Arm aufliegende Teil damit schon etwas wuchtig, hier wäre ein etwas stärker abgerundeter Korpus besser gewesen, der sich stärker an die Handform anpasst. Auf der Unterseite finden sich die PINs zum Laden, sowie ein Teil der Sensorik, am offenkundigsten repräsentiert durch den hektisch grün blinkenden Herzschlagsensor.

Das Armband besteht aus Kautschuk, ist nach oben hin etwas geriffelt und besitzt damit eine angenehme Optik und Haptik. An den Übergängen zwischen Armband und Glas bzw. Metall gibt es schmale Spaltmaße. Angesichts des wechselbaren Armbandes ist das zwar kaum zu vermeiden, es besteht allerdings Anlass zur Sorge, dass sich hier irgendwann Schmutz ablagert. Wir empfehlen, regelmäßig die Armbänder abzunehmen und separat zu reinigen. Das Wechseln ist übrigens etwas hakelig, setzt Geduld und Kraft im Daumen voraus.

Das Aussehen der Fitbit Alta HR lässt sich mit den separat erhältlichen Armbändern gut an den eigenen Geschmack anpassen: für einen kleinen Aufpreis gibt es sie sogar in gold-rosé. Wer mehr Understatement will, freut sich über den James-Bond-Look in schickem Silber-Schwarz Look. Der Verschluss des standardmäßig mitgelieferten schwarzen Armbands ist übrigens aus Plastik, das stört in der Optik sowie beim Tragegefühl aber kaum.

Für die Armbänder stehen aktuell sechs Farbvarianten und drei Größen zur Auswahl („klein“, „groß“ und „extragroß“) – allerdings nicht jeder beliebigen Kombination, so ist die Variante „Rosévergoldet“ nicht in extragroß verfügbar.

Einrichtung und App

Bevor man mit der Alta HR loslegen kann, muss der Tracker erstmal aufgeladen werden. Hierzu wird der metallische „Korpus“ des Kautschuk-Armbandes in eine Ladevorrichtung festgeklammert. Dazu müssen drei Pogo-Pins auf der Korpus-Unterseite direkten Kontakt mit den Gegenstücken auf der Ladestation haben, diese wird während des Ladens hingelegt. Allzu schön gelöst ist das nicht, statt der Klammer wäre eine magnetische Haltevorrichtung eleganter gewesen. Zudem wird zwar ein Ladekabel für den USB-Anschluss mitgeliefert, aber kein Netzteil – hier muss man also auf eine entsprechende Buchse am PC zurückgreifen oder ein separates Ladegerät kaufen. Angesichts des seltenen Ladens ist dieser Nachteil aber verkraftbar.

Damit das Fitbit Alta HR funktioniert, muss es als erstes mit der Fitbit-App-eingerichtet und synchronisiert werden, die kostenlos für iOS- und Android-System verfügbar ist. Auch ein Account bei Fitbit ist notwendig, damit die Daten in der Cloud gespeichert werden und man später leicht zwischen Fitbit-Geräten wechseln kann.

Fitbit
Entwickler: Fitbit, Inc.
Preis: Free

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Preis: Free

Da ich die App schon länger nicht mehr genutzt hatte, fielen mir einige positive Neuerungen auf. So bietet sie in der Kategorie „Anleitung“ viele unterschiedliche Fitnessübungen. Diese zeigen an, wie viele Kalorien man für welche Trainings-Art und -Dauer verbrauchen wird. Außerdem bietet die App dir nun die „Nicht-Stören-Funktion“. Ist diese aktiviert, erhält man während des Trainings keine Anrufe oder Nachrichten. Die bisherigen Funktionen sind erhalten geblieben: Man kann sein Wunschgewicht eintragen, das Ziel an Schritten, die man pro Tag hinter sich bringen will und optional kann man sogar ein Tagebuch über seine Nahrungsaufnahme führen.

Laut Hersteller hält der Akku ohne ständige Synchronisation mit dem Smartphone 7 bis 13 Tage, beim Test kam ich tatsächlich locker über die Woche – auf jeden Fall ein ordentlicher Wert. Bis zu sieben Tage hält der interne Speicher der Alta HR die Daten zur Synchronisierung bereit, so dass man um einen täglichen Abgleich herum kommt.

Fitbit Alta HR in der Praxis: Bedienung mit Tücken

Mein Alltag sieht normalerweise so aus: Am Morgen gehe ich ins Fitnessstudio, treibe ein bis zwei Stunden Sport, um dann den restlichen Tag im Büro eines zu tun: Sitzen! Zumindest was meine Morgenroutine angeht, sollte aber ein umfassender Eindruck zur Funktionalität gegeben sein. Während des Laufens stellte ich fest, dass der Pulsmesser manchmal nicht akkurat funktioniert. Erst nach mehrfachem Messen und Antippen des Displays konnte die Uhr mir dann meinen tatsächlichen Puls anzeigen.

Da der Tracker schweißresistent ist, sollte er durch die Feuchtigkeit nicht beeinträchtigt werden. Das Fitness-Armband hält auch Wasserspritzern beim Joggen im Regen stand, sollte aber laut Herstellerangabe nicht beim Schwimmen getragen werden. Das ist ein klarer Nachteil gegenüber anderen neueren Fitnesstrackern und Smartwatches wie der Apple Watch Series 2, die nicht nur für das Schwimmen geeignet, sondern die dabei erbrachten Leistungen mehr oder minder akkurat zu messen imstande sind.

Nach dem Training möchte ich meine Nachrichten lesen. SMS-Benachrichtigungen erreichen mich zwar über mein Testgerät, eine Kompatibilität mit Messengern wie WhatsApp ist aber nicht drin – schade. Bleibt zu hoffen, dass Fitbit hier noch nachlegt.

Auch die Bedienung enttäuscht ein wenig. Zwar kann ich Daten zur Herzfrequenz, den zurückgelegten Schritten, der absolvierten Strecke und den (errechneten) verbrannten Kalorien ablesen, jedoch handelt es sich um keinen Touchscreen, stattdessen muss man gegen das Display klopfen, um zwischen einzelnen Funktionen zu wechseln – und das funktioniert alles andere als einwandfrei. So muss man öfter mehrfach und mit variierender Stärke gegen das Display klopfen, um die gewünschten Informationen abzurufen. Das nervt auf Dauer. Relativ zuverlässig funktioniert aber das Anzeigen der Uhrzeit per Auf-die-Uhr-schau-Armbewegung.

Die Fitbit Alta HR hat eine neue Funktion für Bewegungsmuffel integriert. Jemand wie ich, der den ganzen Tag an seinem Schreibtisch sitzt, wird stündlich per Vibration, gekoppelt mit einer Nachricht aufgefordert, noch eine bestimmte Anzahl an Schritten zu gehen, um in Bewegung zu bleiben und die in der App eigens definierten Ziele zu erreichen. Wenn ich Sport treibe, funktioniert die automatische Erkennung der Sportart allerdings nicht immer zuverlässig.

Auch der längste Tag neigt sich irgendwann dem Ende zu und so freue ich mich über die anstehende Nacht und die Ergebnisse am nächsten Morgen: Wie wird mein Schlaf aufgezeichnet? Am nächsten Morgen die Ernüchterung: Meinen Schlaf hat die Fitbit Alta HR zwar aufgezeichnet, damit diese Daten aber auf meinem Smartphone landeten, musste ich die Synchronisierung mehrfach durchführen.

Auf Seite 2 findet ihr Fazit und Wertung zur Fitbit Alta HR.

bewertete "
Fitbit Alta HR
" mit
72 von 100 Punkten
(04. Juli 2017)

Weitere Themen: Wearable, Fitbit

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