Der E-Book-Boom ist vorbei: Der Trend geht wieder zum Buch aus Papier

Florian Matthey
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Viele glaubten vor einigen Jahren, dass die Popularität von E-Book-Readern und Tablets das Ende für physische Bücher bedeuten würde. Im vergangenen Jahr gingen die Verkaufszahlen von E-Books aber zurück, während die Zahlen für Papierbücher stiegen.

Der E-Book-Boom ist vorbei: Der Trend geht wieder zum Buch aus Papier

USA und Großbritannien: Trend geht wieder zum Buch aus Papier

Sowohl in den USA als auch in Großbritannien scheint sich der Trend weg vom Papierbuch und hin zum E-Book umzukehren. Die britische Publishers Association berichtet, dass die Verkaufszahlen von E-Books in dem Land im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent zurückgegangen seien. Die Verkaufszahlen von physischen Büchern und Zeitschriften seien im selben Zeitraum um 7 Prozent gestiegen. Der Anstieg sei vor allem bei Kinderbüchern besonders groß gewesen; diese legten um 16 Prozent zu.

In den USA zeigt sich ein ähnliches Bild, wie die Association of American Publishers berichtet: In den ersten neun Monaten des Jahres 2016 seien E-Book-Zahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18,7 Prozent gefallen. Taschenbücher konnten sich hingegen im selben Zeitraum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,5 Prozent steigern; die Verkaufszahlen von gebundenen Büchern legten um 4,1 Prozent zu.

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Ein Grund: Die „Digital-Entgiftung“

CNN zitiert Phil Stokes, ein Experte für Unterhaltungsmedien beim Unternehmensberater PwC, dem zufolge gerade einige Genres in gedruckter Form deutlich populärer seien als E-Books. Verlage konzentrierten sich jetzt stärker auf diese. Kinderbücher und Malbücher seien in Papierform deutlich attraktiver; viele Kunden bevorzugten auch Kochbücher im Vergleich zu Rezepten auf einem E-Book-Reader oder Tablet. Auch seien gedruckte Bücher als Geschenk deutlich beliebter als E-Books. Als weiteren Faktor nennt CNN außerdem einen Trend hin zur „Digital-Entgiftung“: Einige Bücherkunden wollten einfach weniger Zeit vor Bildschirmen verbringen.

E-Book-Reader seien auch als Gerätekategorie deutlich unbeliebter geworden, als dies vor einigen Jahren der Fall war. Nachdem die Verkaufszahlen im Jahr 2011 einen Höhepunkt erreicht hatten, seien sie bis zum Jahr 2016 um 40 Prozent zurückgegangen. Ein Grund dafür dürfte der Erfolg von Tablets gewesen sein. Allerdings scheinen elektronische Bücher auch iPad und Co. nicht attraktiv genug zu sein, um das physische Buch ablösen zu können.

Quelle: CNN via 9 to 5 Mac

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