Liquid Image Apex HD+: Skibrille mit WLAN und Kamera als GoPro-Alternative

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GIGA-Wertung:
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Eine Skibrille mit eingebautem WLAN – das klingt zunächst nach einer unsinnigen Spielerei. Fügt man hinzu, dass über das Drahtlosnetz Filme der eingebauten Kamera von der Skibrille an ein Smartphone übertragen werden können, wird die Sache interessant. Wir haben den letzten Schnee genutzt, um die Liquid Image Apex HD+ auf der Skipiste auszuprobieren.

Es ist das Bedürfnis vieler Ski- und Snowboardfahrer, ihre mehr oder (meist) weniger spektakulären Abfahrten zu filmen. Zahlreiche Wintersportbegeisterte sind auf den Pisten mit einer kleinen Kamera (meist GoPro) am Helm zu sehen.

Doch es geht auch unauffälliger und praktischer: Die Skibrille Liquid Image Apex HD+ hat die Kamera bereits eingebaut. Unser Video zeigt das Produkt und Testaufnahmen:

(Als weiteres Produkt wird in dem Video die Oakley Airwave vorgestellt, siehe auch gesonderter Artikel.)

Liquid Image Apex HD+ WIFI (Modell 339) im Test: HD-Filme gut belichtet

Ein paar unbearbeitete Beispiele zeigen wir oben in dem Video. Mit iMovie und erst recht mit professionellerer Software können die Erzeugnisse noch verbessern: Das Wackeln lässt sich etwas reduzieren, wenngleich nicht vollständig entfernen. Für die Schwenks mit dem Kopf macht die Übung den Meister.

Die Farben bekommt die Apex HD+ sogar ohne Nachkorrektur recht gut hin. Denn die passende Belichtung bei Schnee ist für eine Digitalkamera alles andere als einfach. Der Screenshot aus einer Filmaufnahme zeigt: Schnee bei Sonne ist weiß genug, nicht dunkelgrau, und die Strukturen sind gut erkennbar.

So soll es sein.

In Einzelfällen kam die Kamera nicht mit der Bergaussicht zurecht, und die Belichtung verursachte ein Flackern des Bildes.

Zwei Videomodi (H.264 MOV) bietet die Skibrille:

  • 720p HD mit 60 Frames pro Sekunde, und
  • Full-HD (1080p) mit 30 Bildern pro Sekunde.

Wenngleich zweiterer die Details deutlich besser zeigt, eignen sich die 60 Bilder pro Sekunde bei schnellen Bewegungen und Zeitlupe dank Nachbearbeitung (oben im Video bei 1:48) besser.

Zwei Aufnahmen waren zu einem kleinen Teil defekt, grüne Pixel wurden angezeigt. Vielleicht lag das an der Apex HD+, vielleicht an der Speicherkarte: Es könnte ihr einfach zu kalt gewesen sein (ca. -8 Grad).

Testfotos mit der Liquid Image: 12 bzw. 5 Megapixel

Die Fotomodi der Skibrille bieten eine Serienbildaufnahme und Fotos von 12 Megapixeln Größe – allerdings (unsinniger Weise) interpoliert von 5 Megapixeln. Ein Testbild inklusive 100-Prozent-Ausschnitt:

Das Wetter war in diesem Falle tatsächlich so trübe. An der Belichtung möchten wir nicht mäkeln, und auch die Detailzeichnung ist für so eine kleine Kamera gut. Störend sind aber die Farbfehler, die den Schnee lila (Bildmitte) bis grünlich (Ränder) einfärben.

Bedienung der Liquid Image im Test

Die Bedienung läuft über zwei Buttons, die wir sogar während des Skifahrens gut erreichen. In der Brille zeigt eine LED durch verschiedene Farben den aktuellen Aufnahmemodus an. Wir müssen etwas nach oben schielen, um das Licht erkennen zu können. Aber besser so, als wenn die LED stört. Jetzt müssen wir nur noch Farben und Modi auswendig lernen – das hat man schnell drin.

Am besten beschäftigt man sich schon vor dem Skiurlaub mit der Brille, um mit den weiteren Funktionen (WLAN!) vertraut zu sein.

Apex HD+ für iPhone und Android: Mit und ohne Smartphone-Anbindung nutzbar

Skibrille und Smartphone verbinden wir per direkter WiFi-Verbindung, in ein fest installiertes WLAN-Netz loggen wir uns also nicht ein. (Achtung: Es gibt auch eine Brillenvariante ohne WiFi.)

Liquid Image stellt sowohl eine App für Android, als auch iPhone bereit. Darin können wir das Livebild der Kamera sehen, Einstellungen wie Weißabgleich vornehmen oder die auf der Speicherkarte vorhandenen Clips auf das Smartphone laden – in geringer Auflösung. Abstürzte und lange Ladezeiten wollen wir nicht verschweigen, wenngleich Liquid Image kurz nach unserem Test ein Update der iOS-App veröffentlichte. Vielleicht ist jetzt die Zuverlässigkeit besser.

Die Smartphone-Anbindung ist sehr praktisch, besonders wenn man im Urlaub keinen Computer dabei hat und die Aufnahmen kontrollieren möchte.

Noch besser ist, dass wir die Brille im Normalfall völlig ohne Smartphone nutzen können, der SDHC-Karte sei Dank. Die 8 Gigabyte sind aber schneller voll, als man meinen möchte.

Weitere technische Daten Liquid Image Apex HD+

  • 1/2,5 Zoll Bildsensor
  • Kamera mit 135 Grad-Linse, 8 Linsen
  • Blende F/3,2
  • Mikrofon (bei manchen Windrichtungen allerdings starke Störgeräusche)
  • 1150 mAh Akku für 2 Stunden Nutzung

Fazit Liquid Image Apex HD+ im Test

Mit der Liquid Image Apex HD+ können wir komfortabel Eindrücke vom Skiurlaub einsammeln. So flexibel wie eine GoPro lässt sich die Skibrille aber nicht einsetzen. Von der Bildqualität dürfen wir nicht zu viel erwarten, aber für so ein Produkt ist die Kamera akzeptabel.

Natürlich ist die Apex HD+ nicht nur eine Kamera, sondern auch eine gute Skibrille mit auswechselbaren Gläsern. Das Blickfeld ist in der Mitte oben im Vergleich zu normalen Skibrillen leicht eingeschränkt. Im Vergleich zur Oakley Airwave hat es Liquid Image aber nicht so gut geschafft, die Technik (inkl. Akku) zu verstecken. Je nach Helm könnte das stylisch suboptimal wirken.

  • Preis beim Hersteller: 399 US-Dollar (ohne WiFi 299 Dollar).

Vorteile
+ HD-Kamera immer griffbereit
+ simple Bedienung
+ mit und ohne Smartphone nutzbar
+ Video-Kontrolle per Smartphone möglich

Nachteile
- mittlere Bildqualität (Farbfehler, Komprimierungs-Artefakte!)
- Akku und Technik seitlich angebracht
- defekte Datei (s.o.)

Links:

 Dank an Katha und Konstantin für die Unterstützung!

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