Der Steam Controller im Test: Lohnt sich der Kauf?

Kristin Knillmann
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Wenn Lebkuchen bereits ab August im Laden stehen darf, dann kann uns Steam auch ruhig im Oktober ein Weihnachtsgeschenk machen. Und so kam es, dass der heiß erwartete Steam Controller am Wochenende verfrüht und vor Release in den Händen der Vorbesteller landete. Ich hatte die Gelegenheit, mit dem innovativen Gamepad zu zocken und sage dir in meinem Test, ob du dir das neuste Ding von Valve kaufen solltest.

SteamController-Thumb

Der Steam Controller von Valve bricht gängige Controller-Konventionen auf und vermischt sie mit berührungssensitiven Elementen, die wir aus dem Smartphone-Bereich gewohnt sind. Solltest du nicht wissen, was damit gemeint ist, reicht auch fast schon der Blick auf das Bild über diesem Abschnitt, um die Unterschiede zu erkennen:

  • Das klassische D-Pad ist futsch und wurde durch ein Touchpad mit angedeutetem Kreuz ersetzt, das auf Druck reagiert.
  • Die Buttons (hier A, B, X und Y) befinden sich nicht wie bei anderen aktuellen Controllern oben rechts, sondern wurden beim Steam Controller an die Position befördert, an der wir vorher über den Analog-Stick in vielen Spielen die Kamera gesteuert haben.
  • Genau dieser Analog-Stick ist komplett vom Steam Controller verschwunden und durch die bisher größte Innovation des Geräts ersetzt worden: Das kreisförmige Touchpad, das auf die Geschwindigkeit der Berührung reagiert und uns darüber erlaubt, nicht nur die Kamera in Controller-optimierten Spielen zu steuern, sondern auch die Maus in Titeln, die sonst nur mit Keyboard funktionieren.
  • Auch neu: Die zwei rückseitigen Buttons, die sich ohne Mühe beim reinen Festhalten des Steam Controllers drücken lassen und als Alternative für die farbigen Buttons eingesetzt werden können.

Besonders das Touchpad sorgte im Vorfeld für hitzige Diskussionen über Sinn und Unsinn des Controllers. Aber wie das immer so ist, bewertet man das bestenfalls erst dann, wenn man das Gerät in den Händen hält und sich selbst überzeugen kann, ob die Neuerungen wirklich innovativ genug sind und ob sie überhaupt wie geplant funktionieren. Und genau das habe ich ausprobiert.

Das ist in der Verpackung vom Steam Controller drin:

Du kennst das: Neues Gerät bestellt, die Post ist da, Auspacken ist angesagt. Die Verpackung, der Geruch von etwas Neuem… das gehört bei frischer Hardware einfach dazu – und an meinem Snapchat-Foto, das ich auch gewittert habe, könnt ihr meine Aufregung vom Samstag recht gut nachvollziehen:

(Ich hab übrigens wirklich reingebissen, sieht zwar aus wie Schokolade, schmeckt aber leider nicht danach.)

Wie ein kleines Heiligtum hab ich den Controller aus seiner blauen Papp-Verpackung geholt und geschaut, was Valve in die Packung gelegt hat. Mit drin ist alles, was ich brauche, um schnell loslegen zu können:

  • Steam Controller (wer hätte das gedacht?)
  • Verbindungsadapter (sieht aus wie ein winziger USB-Stick und kann direkt an den PC angeschlossen werden)
  • Dock + USB-Kabel für den Verbindungsadapter (damit du mit deinem Controller noch weiter vom PC weg sitzen kannst)
  • Quickstart-Anleitung (für den wirklich quicken Start)

Bildergalerie Steam Controller

Und so fühlt sich der Controller an:

Bevor ich zocke, gehe ich dem Ur-Instikt eines jeden Spiele-Fans nach: Das Ding in die Hände nehmen. (That’s what he said.) Meine erste Berührung mit dem Controller, die sich ausgesprochen gut anfühlt. Das Teil liegt trotz seiner enormen Größe gut in der (bei mir sehr kleinen) Hand und schmiegt sich mit seinen runden Formen sehr gut an. Die matten Griffe gefallen mir besonders gut. Deswegen, weil sich matte Dinge hochwertiger anfühlen, weil sie weniger Potential für hässliche Fingerabdrücke lassen, und weil ich weiß, dass ich dann beim Zocken nicht abrutschen werde – auch wenn ich bei Horror-Spielen mal schwitzige Finger bekomme.

Sofort fällt mir auf, dass ich den Steam Controller kaum festhalten kann, ohne die rückseitigen Buttons versehentlich zu drücken. Zu tief sitzt mein Instinkt, mit Zeigefinger bis kleinem Finger den Griff meines Controllers sehr fest zu greifen – und da sind die Buttons einfach komplett im Weg. Nachdem ich mein Hirn bewusster darauf konditioniert habe, die Buttons nur bei Bedarf zu drücken, funktioniert das glücklicherweise auch sofort besser.

SteamController_nah

Die Buttons (A, B, X und Y) sind mit ihrer neuen Platzierung ungewohnt weit weg, was besonders für meine kleinen Hände schwierig ist. Da ich sie alle gerade noch so drücken kann, dürften Spieler/innen mit größeren Händen vermutlich weniger Probleme haben. Aber auch Leuten mit kleinen Händen ist geholfen: Beim Zocken gibt es nämlich eine schöne alternative Lösung, auf die ich nachher noch zu sprechen komme.

Vibrieren tut der Controller übrigens nicht. Dafür gibt es ein ganz anderes Feedback, das ich nicht besser beschreiben kann als ein dumpfes “Klacken”. Beispielsweise beim Anwählen von Menüpunkten im Big Picture Modus von Steam bemerke ich genau diese Controller-Bewegung – und empfinde sie als recht subtil, aber angenehm. Eine willkommene Abwechslung zum doch teils nervigen Vibrieren.

Ich habe den Controller bei GIGA übrigens auch einigen Kollegen in die Hand gedrückt, die zumindest beim reinen Festhalten das Gefühl hatten, der Steam Controller wirke billig und könne nicht mit dem Xbox-One-Controller mithalten. Als wirklich billig würde ich das Gerät nicht beschreiben, aber der Unterschied in der Verarbeitung und Wertigkeit ist ganz klar gegeben.

Die 10 besten Early-Access-Spiele auf Steam

Auf der kommenden Seite erzähle ich dir, wie sich das Zocken mit dem Steam Controller anfühlt und bei welchen Genres die Innovationen wirklich sinnvoll sind und wo sie eher stören oder eine extrem lange Eingewöhnungszeit brauchen. Außerdem bekommst du mein Fazit, mit dessen Hilfe du entscheiden kannst, ob du dir den Controller zulegen solltest.

Wertung

8/10
Getestet von Kristin

Ein Controller, der innovativ und anders ist, dafür aber eine lange Eingewöhnungszeit fordert und derzeit nur für spezielle Genres richtig gut funktioniert.

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