Dreamcast - Der Untergang einer Konsole

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(Pille) Kürzlich gab der ehemalige SEGA-Amerika- und jetziger EA Sports-Chef Peter Moore dem britischen Nachrichtennetzwerk The Guardian ein Interview, in dem er über seine Erfahrungen mit SEGA, vor allem in Bezug auf die letze Konsole SEGAs, die Dreamcast und über den aktuellen Kampf der Konsolen spricht.

Dreamcast - Der Untergang einer Konsole

SEGA wurde auf Moore, der ursprünglich Fußballtrainer in den USA war, aufmerksam, als dieser bei dem Sportartikelhersteller Reebok als “Director of Global Sports” daran arbeitete, dem Konzern im Bereich Fußball zu internationaler Größe zu verhelfen.

Ein Scout von SEGA warb das Marketinggenie Moore an, um mit seiner Hilfe das mehrere hundert Millionen Dollar schwere Projekt “Dreamcast” zu einem Erfolg zu machen.

Man stand wenige Monate vor der Veröffentlichung der Dreamcast in Nordamerika, und SEGA war durch den mäßigen Start der Dreamcast in Japan schon in einer finanziell ungünstigen Situation. Der Amerikalaunch wurde als letzte Chance angesehen die Dreamcast zu retten.

Ein großes Problem für SEGA war, dass Electronic Arts sich dazu entschlossen hatte, keine Spiele für die Dreamcast zu veröffentlichen. Da dadurch SEGA auf viele wichtige Sportspiele wie die NBA oder die Madden-Serie verzichten musste, die für den amerikanischen Markt von enormer Bedeutung sind, entschied man sich bei SEGA ein eigenes Sportbrand zu entwerfen. So enstand schließlich die 2K-Serie.

Auf die Probleme angesprochen, mit denen die Dreamcast damals zu kämpfen hatte, erzählt Moore in dem Interview, dass es unter anderem an einer international einheitlichen Marketingstrategie mangelte. Die Dreamcastlogos waren beispielsweise in den einzelnen Regionen verschiedenfarbig (USA orange, Europa blau). Zudem seien die Vermarktungsstrategien der Amerikaner und Europäer grundverschieden gewesen. In Europa habe einfach diese “lets go and get them”-Mentalität gefehlt, so Moore.

Die Stärken von SEGA lagen in der Einzigartigkeit, die SEGA durch ihre gelungenen Werbekampangnen erlangte. Man tourte mit Linkin Park und Limp Bizkit, sendete lustige 15-Sekunden MTV-Spots und der Dreamcastlaunch erfolgte am 09.09.99 bei den MTV Music-Awards.

Trotzdem konnte man nicht genug Geräte absetzten, um die Konsole zu einem finanziellen Erfolg zu machen. Also entschied man sich am 31. Januar 2001 aus dem Hardwaregeschäft auszusteigen.

Am Ende Verkaufte man bis zu 100.000 Exemplare am Tag und doch reichte es nicht aus, um gegen die enorme Konkurrenz, die von der Playstation 2 ausging bestehen zu können.

Mit der Geschichte der Dreamcast, den Problemen und Herausforderungen, vor die ein Konsolenhersteller heutzutage bei der Veröffentlichung einer neuen Konsole gestellt wird, beschäftigen wir uns heute in GIGA The Show. Dazu im Telefoninterview haben wir Matthias Schmid, den leitender Redakteur der M! Games und Max Scharl, von redspotgames, Entwickler von “Last Hope” für die Dreamcast.

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