Review - Kinect Sports

Leserbeitrag
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Kinect Sports (Microsoft/ Rare) – Ein kurzes Review

Kinect, eine der wohl umstrittensten Hardware dieses Jahres musste schon einiges an Kritik einstecken, wenn es um die Qualität der Launchtitel ging. Nicht nur, dass sie durch die Bank weg nur Casualgamer ansprechen, zusätzlich leiden einige auch noch unter mangelnder Funktionalität (s. Fighters Uncaged). Doch es gab genau drei Spiele, die für Kinect wohl nicht nur fast 5 Mio. verkaufte Exemplare brachten, sondern auch noch die Hoffnung auf mehr machten: Dance Central, Your Shape und Kinect Sports. Ubisofts Your Shape sowie Harmonix Dance Central haben sich schon größtenteils etabliert. Doch wie sieht es mit einem hauseigenen Spiel von Microsoft bzw. deren aufgekauftes Studio Rare aus? Bietet Kinect Sports den suggerierten Spaß oder waren die Entwickler, wie schon bei  Kinect Adventures, mit der Neuheit der Technik überfordert?

Eine vernünftige Bewegungsteuerung braucht ein vernünftiges Sportspiel. Das wissen wir spätestens seit der Wii. Und was einst Wii Sports ist nun Kinect Sports. Viel mehr als der Name ist jedoch nicht geklaut. Alle Sportarten funktionieren komplett über Ganzkörperkontrolle und mit bis zu vier Spielern (max. zwei Spieler gleichzeitig).

Auch das Online spielen kommt nicht zu kurz. Ob mit einem anderen Spieler, gegen ihn mit oder ohne NPC – mit Sports gibt es zumindest was Spielmodi angeht wirklich kaum Grenzen. Zusätzlich gibt es noch ein sog ”Partysiel” indem zwei Gruppen gegeneinander antreten. Mithilfe einer Art Maskottchen als Avatar (z.B. die ”Mega-Möhre”) kämpfen diese sich durch sechs Runden bestehend aus diversen Minispielen über die ganze bandbreite verteilt.

Doch eine hohe Quantität an Spielmodi ist auch dann nicht gut, wenn die Technik nicht funktioniert. Kommen wir also erst zur Wahl der Sportarten:

-         Fußball

-         Bowling

-         Leichtathletik (Weitsprung, 100m, Hürdenlauf, Speerwurf, Diskuswurf)

-         Volleyball (2 vs. 2)

-         Boxen

-         Tischtennis (Einzel + Doppel)

Eins sollte man bei Kinect nie vergessen. Schummeln ist nicht möglich, d.h. wenn ihr nicht genau das macht was ihr machen sollt dann klappt´s auch nicht. Das bedeutet vor allem bei Leichtathletik, dass ihr ohne wirklichen Körpereinsatz nicht weit kommt. Auch Volleyball könnte dem ein oder anderen

eher unsportlicheren Zocker einiges abverlangen; sofern man das Spiel richtig angeht. Dennoch bietet Kinect Sports eine Menge Spaß, denn auch wenn man sich das ein oder andere Mal etwas mehr reinhängen muss, kann Sport eben doch Spaß machen.

Einer der wichtigsten Punkte ist definitiv die Technik. Wenn man davon ausgeht, dass der Kinect Sensor vernünftig kalibriert ist funktioniert Sports wirklich, genau wie zuvor Dance Central und Your Shape, gut. Bis auf ein paar Aussetzer bei Tischtennis, bei denen der Sensor den Spieler zwischendurch für 2 Sekunden nicht mehr wahrnimmt, was natürlich gerade bei dieser Sportart fatal sein kann, weist Sports keine der vorher prophezeiten Schwächen auf.

Auch Delays sind kaum zu erkennen und wenn, stören sie praktisch nicht. Alles funktioniert rund, die Erkennung bei Spielerwechsel geht in sekundenschnelle. Gerade bei Tischtennis und Bowling merkt man erst wie viel eigentliches Potential in der neuen Technik steckt. Top Spin, Back Spin, angedrehte Bowling-Kugeln all das bietet die Möglichkeit Sports auch auf einem deutlich höheren Level als das typische Casual-Spiel zu spielen.

Die Präsentation ist gelungen. Bis auf die nicht wirklich immer passenden Audiokommentare (Fifa lässt grüßen) sehen die Avatare in Sportklamotten wirklich lustig aus, von den Maskottchen ganz zu schweigen. Im Vergleich zu anderen Sportspielen tun sich jedoch auch genretypische Schwächen auf. So bietet Kinect Sports trotz vieler Modi und sechs Sportarten keinen Stoff um damit wirklich lange Spaß zu haben. Im Mehrspielermodus bekommt das ganze natürlich eine neue Note, aber einige Disziplinen werden auf den zweiten

Blick immer öder. Ein gutes Beispiel dafür ist Fußball: am Anfang eine richtige Offenbarung und ein wirklicher Spaß-Kracher merkt man nach den ersten zehn Spielen doch, dass sich vieles wiederholt. Ein großer Pluspunkt ist allerdings der Soundtrack. Bei jedem Tor, jedem Strike oder Schmetterball ertönen diverse Hits von Größen wie Queen, Robbie Williams oder Gwen Stefani.

Aber solche Spiele sind ja auch nicht wirklich für den Solo-Modus gemacht. Und wenn man mit bis zu vier Leuten im

Bowlingcenter fiebert oder zu zweit gegen ein anderes Duo online Volleyball spielt, dann blüht Kinect Sports wirklich auf. Denn Spaß hat man mit dem Spiel allemal und darauf kommt es ja an.

Auch der Platzbedarf ist nach dem ”Raumschlucker” Kinect Adventures überraschend gering. Auch wenn immer noch gilt: umso mehr Bewegungsfreiheit desto besser, ist Kinect Sports wunderbar mit einem Abstand von 1,30m zu spielen. Sowohl alleine als auch zu zweit.

Fazit

Kinect Sports ist mit den zwei genannten Titeln definitiv einer der Pflichtspiele für die neue Kinect-Technologie. Eine Vielzahl an Modi und vor allem technische nahezu einwandfrei funktionierende Sportarten garantieren Spaß – wenn dieser auch im Mehrspieler größer ist als im Einzelspieler. Die nicht wirklich ausschlaggebenden Schwächen werden durch die angenehme

Präsentation größtenteils überdeckt. Doch das Beste ist: durch den nötigen Körpereinsatz verbindet Kinect Sport und Spaß auf die bisher bester Art und Weise bei einer Bewegungsteuerung. Ein rundum gelungenes Spiel, das zwar nicht den längsten aber definitiv den bis jetzt intensivsten Spielspaß bietet.

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