Disney Fantasia Test: Harmonix macht's noch einmal

Robin Schweiger
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Das Genre der AAA-Rhythmus-Spiele starb dank seiner kompletten Ausschlachtung vor einigen Jahren einen langsamen, aber unvermeidlichen Tod. Während die Plastikinstrumente dieser Welt in der Ecke verstaubten, ging  „Guitar Hero“- und „Rock Band“-Entwickler Harmonix jedoch erneut an die Arbeit, um dem Genre wieder auf die Füße zu helfen und nach „Dance Central“ das nächste Argument für Microsofts Kinect zu liefern.

Disney Fantasia Test: Harmonix macht's noch einmal

fantasia-teaser

Inspiriert von dem gleichnamigen, 74 Jahre alten Disney-Klassiker agiert ihr in „Fantasia: Music Evolved“ als Dirigent und bewegt eure Arme zum Rhythmus der Musik. Neben klassischen Stücken wie „Eine kleine Nachtmusik“ oder dem „Nussknacker“ gibt es zahlreiche moderne Songs, die teils mehr („Enjoy the Silence“ von Depeche Mode), teils weniger („Take Care“ von Drake) gut zum Dirigenten-Konzept passen.

Die grundsätzliche Spielmechanik ist simpel: Auf dem Bildschirm tauchen Pfeile auf, die passend zum Rhythmus der Musik mit der entsprechenden Handbewegung nachgezogen werden. Gelegentlich ist es erforderlich, mit beiden Händen gleichzeitig verschiedene Noten zu spielen, den Arm in eine bestimmte Richtung zu halten oder in einer Stoßbewegung zum Fernseher etwa Trommelschläge nachzuahmen. Nach wenigen Minuten Einarbeitungszeit geht das intuitiv und problemlos vonstatten; eine Grundkenntnis des entsprechenden Songs ist jedoch nötig, um auf höheren Schwierigkeitsgraden etwas reißen zu können.

Wenn ich dann im Rhythmus mit meinen Armen durch die Gegend wedle, kann ich nicht anders als gleichzeitig auch den Rest meines Körpers zur Musik zu bewegen, was „Fantasia: Music Evolved“ schließlich zu einem einzigartigen Mix aus Rhythmus- und Tanz-Spiel macht. Wer mag, kann auch komplett im Sitzen spielen, obwohl das Gefühl, der Dirigent eines Orchesters zu sein, dabei leider verloren geht.

Jeder  Song verfügt zudem über zwei völlig unterschiedliche Remixes, die ihr wild miteinander mischen könnt. Cool: Statt einfach nur von einer Lied-Version zur anderen zu wechseln, könnt ihr die gewünschte Version für jedes Instrument einzeln einstellen, sodass dadurch wiederum eine völlig neue Mischung entstehen kann.

Schade ist jedoch, dass mir diese Remix-Funktion aufgezwungen wird: Alle paar Sekunden wird der Spielfluss unterbrochen, damit ich die gewünschte Version für das nächste Instrument auswähle. Im Falle von „Feel Good Inc.“ würde ich jedoch niemals die Elektro-Variante wählen wollen. Ich kann dann zwar immer wieder die Original-Instrumente auswählen, jedoch würde ich diese Auswahlmöglichkeit gerne komplett ausstellen können, sodass sie mich nicht immer wieder aus dem Spielfluss herauszieht.

Im Story-Modus präsentiert „Fantasia: Music Evolved“  verschiedene Szenarien wie ein Korallenriff oder ein Presswerk, die mit interaktiven Umgebungen und musikalischen Minispielen daherkommen. Das ist nicht wirklich weltbewegend, sorgt aber für ein wenig Abwechslung am Rande. Zu viel mehr bringt es auch die Geschichte nicht, die aber immerhin schön präsentiert wird.

Wer daran jedoch kein Interesse hat, kann auch ganz schlicht und einfach den optionalen Party-Modus aktivieren, mit dem alle Songs und Remixes sofort spielbar werden – vor allen Dingen für den Mehrspieler-Modus ein sehr willkommenes Feature.

Fazit:

„Fantasia: Music Evolved“ ist ein willkommener Tapetenwechsel für das steril gewordene Rhythmus-Genre und schafft es tatsächlich, einen echten Kaufgrund für Kinect darzustellen. Ich fühle mich oftmals, als würde ich eigene Tanzchoreographien für die Songs entwerfen, ohne tatsächlich einzelne Bewegungen lernen zu müssen. „Fantasia: Music Evolved“ dient so als idealer Mittelweg zwischen „Guitar Hero“ und „Dance Central“.

Wertung

8/10
Getestet von Robin

Ich wurde überrascht! Unter dem Dirigenten-Konzept konnte ich mir nichts recht vorstellen, doch im Endeffekt geht es hervorragend auf.

Na, angefixt?
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