Mainstream? - Videospiele als Teil unseres Alltags

Leserbeitrag
61

(Samantha) Fernsehwerbung, Plakatwände, ganzseitige Anzeigen in Magazinen. Videospiele scheinen plötzlich überall zu sein und anscheinend haben sie es geschaffft von den Anfängen am Rande der Gesellschaft, endlich in die Ränge eines ernstzunehmendem Mediums in unsere Mitte zu kommen.

Mainstream? - Videospiele als Teil unseres Alltags

Es ist abends, man sitzt nach getaner Arbeit vor dem Fernseher, schalte rum und da ist sie: Videospielwerbung. Während man früher immer vergeblich vor der Glotze saß und darauf wartete, dass endlich mal die Werbung von Final Fantasy 8 lief, sieht man inzwischen ständig Werbung für “Assassin’s Creed”, “Bioshock” oder auch den “Kochkurs” für Nintendo DS. Langsam scheinen Videospiele ihren Weg in den Alltag zu finden. Befinden wir uns also auf einem Weg, wo Videospiele gar zum “Mainstream” gehören und der Öffentlichkeit nicht nur noch als “Randmedium” präsentiert werden?

Medienkompetenz ist dafür wohl ein Schlüsselbegriff geworden. An die sogenannten neuen Medien wie Computer werden wir immer früher herangeführt, weswegen wir meist auch immer eher anfangen zu spielen.

Nach Zahlen des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest spielten im Jahr 2006 hierzulande 90 Prozent der 12- bis 13-Jährigen Computer- und Videospiele, also fast jeder. Und laut Studien der Harvard University ist “nicht-spielen” sogar ein Zeichen fehlender Sozialkompetenz. Während Videospiele zu ihren Anfangszeiten auch noch als “Kinderspielzeug” galten, ist das heute anders.

Aus einer Studie des Spielesoftwareunternehmens Electronic Arts geht zudem hervor, dass in Deutschland etwa ein Drittel aller Spieler über 30 Jahre und fast jeder zehnte älter als 50 Jahre ist. Die Generation, die damals mit Videospielen groß wurde, ist inzwischen erwachsen geworden. Man kann also sagen: Deutschland spielt.

So sind Videospiele immer mehr in unseren Alltag getreten. Wir kommen früh mit Spielen in Kontakt, ob nun durch Serien, Freunde, Fernsehen. Die verschiedenen Medien beeinflussen einander immer mehr. Läuft eine Serie gut, gibt es dazu meist auch ein Spiel, ebenso andersrum. Videospiele werden verfilmt, Filme werden als Videospiele umgesetzt oder spielen in Filmen selber eine Rolle, wie zum Beispiel “Shadow of the Colossus” in “Reign over me”.

Im Alltag vertrauen wir immer mehr auf Games, weil sie praktisch sind und es sich anbietet, ob nun Lernspiele, Führerscheintrainer oder unser eigener Fitnesstrainer für zuhause. Kontakt mit Freunden halten und mit ihnen zusammen spielen, selbst wenn sie weit wegwohnen? Dank neuen Spielen kein Problem mehr.”Social Gaming” ist gefragt. Auch die neue Generation der Konsolen dürfte dazu beigetragen haben. So richtet sich die Wii verstärkt an Casual Gamern und Familien aus und erschließt damit neue Zielgruppen.

“Es gibt eine deutliche Bewegung, Frauen, junge Mädchen und ältere Leute vermehrt ins Boot zu holen”, erklärte auch der Analyst Piers Harding-Rolls. Immer mehr Leute werden also durch Videospiele angesprochen. Natürlich ist es in Deutschland noch nicht so weit wie in anderen Ländern, wo Videospiele untrennbar mit dem Alltag verstrickt sind. Südkorea zum Beispiel, wo StarCraft sich einer solchen Beliebtheit und Bekanntheit erfreut, die man sie mit Sportarten wie Tennis vergleichen kann.

Auch die Einnahmen des weltweiten Videospielmarktes zeichnen einen ganz klaren Trend ab. 2004 lag der Gewinn noch bei 25,4 Milliarden US-Dollar, bis 2009 soll laut Untersuchungen von PricewaterhouseCoopers allerdings ein Wert von 55 Milliarden US-Dollar erreicht werden.

Und auch wenn es bei uns immer mal wieder zu einer Hexenjagd gegen “Killerspiele” kommt, die Menschen initiieren, die selber wohl noch nie einen Controller in der Hand hatten, scheint Deutschland verstanden zu haben, dass nicht jedes Game böse ist, sondern auch Unterhaltung bietet und einfach nur verdammt viel Spaß machen kann.

Immer mehr Menschen spielen also und Werbung für Games lohnt sich, der Markt ist jedenfalls da. So begegnet man auf dem Weg in die Stadt gerne riesigen Xbox 360 Plakaten, sitzt gerne abends vor dem Fernseher und lässt sich von Mr. T und den Fantastischen Vier “World of Warcraft” schmackhaft machen.

Neue Artikel von GIGA GAMES

GIGA Marktplatz